• Corona-Lage in Potsdam: Potsdam mit niedrigster Inzidenz in Brandenburg

Corona-Lage in Potsdam : Potsdam mit niedrigster Inzidenz in Brandenburg

Die Corona-Zahlen der Stadt liegen deutlich unter dem Bundesschnitt. Eine Kita wurde nach einem Ausbruch vorerst geschlossen.

Henri Kramer
Tests in Schulen. Am Donnerstag gab es zwei neue Corona-Fälle an der Potsdamer Elite-Sportschule.
Tests in Schulen. Am Donnerstag gab es zwei neue Corona-Fälle an der Potsdamer Elite-Sportschule.Foto: Christoph Soeder/dpa

Potsdam - Die Stadt trotzt der dritten Welle – und war am Donnerstag die einzige Großstadt in Ostdeutschland mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter der kritischen 100er-Marke. Einen niedrigeren Wert in den neuen Bundesländern erreicht einzig der Landkreis Anhalt-Bitterfeld mit aktuell 66,3 Fällen in sieben Tagen bezogen auf 100 000 Einwohner. Auch in Westdeutschland gibt es kaum noch andere Kommunen mit vergleichbar niedrigen Corona-Werten wie die brandenburgische Landeshauptstadt. Das zeigt ein aktueller Blick auf die Übersichtskarte des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu den Corona-Werten in der Republik. Bundesweit liegt die Corona-Inzidenz bei 160.

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Gleichwohl steigen auch in Potsdam die Werte leicht an. Die Inzidenz am Donnerstagvormittag lag bei 88,7. Das teilte die Stadt Potsdam angesichts von 20 gemeldeten Corona-Neuinfektionen mit. Am Vortag lag der Inzidenzwert noch bei 86,5. Im Zuge der Osterfeiertage mit weniger Testmöglichkeiten und geschlossenen Arztpraxen sowie Laboren waren die Zahlen auch in Potsdam in den Keller gegangen, auf eine Inzidenz von bis zu 62 gefallen. Seitdem steigt dieser Wert wieder an – in den Nachbarlandkreisen wie in Mittelmark liegen sie aber schon wieder weit über 100. Bei einer dreitägigen Überschreitung der 100er-Marke müssen die Lockerungen – etwa zur Öffnung des Einzelhandels, zurückgenommen werden.

Kommunale Museen bleiben zunächst zu

In Potsdam sind seit Mitte der Woche Geschäfte wieder geöffnet - wenn auch mit Einschränkungen. Das auch, trotz der Bedenken von Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD), der erklärtermaßen gern mit gezielten Maßnahmen die Werte weiter drücken würde. So können nun auch einzelne Museen wie das Fluxus+ in der Schiffbauergasse wieder Gäste empfangen, die kommunalen Museen sind hingegen noch geschlossen. Am Samstag will auch das Museum Barberini seine aktuelle Rembrandt-Ausstellung für Besucher öffnen. Tickets sind derzeit nur drei Tage im Voraus online buchbar. Das Kartenkontingent ist stark begrenzt. Das Museum bittet auch Inhaber von Jahreskarten, sich online ein Zeitfenster zu reservieren.

Kita nach Corona-Fällen komplett geschlossen

Wie lange das noch geht, ist offen. Gerade die Gemeinschaftseinrichtungen mit Kindern und Jugendlichen bereiten – trotz Tests – Sorgen. So hat die Stadt bereits am Mittwoch die Kita „Nuthewinkel“ in der Teltower Vorstadt bis zum 23. April geschlossen. Dort seien mittlerweile drei Kinder und sechs Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden, weitere Tests sollen laut einem Stadtsprecher Anfang nächster Woche erfolgen. Mit Maßnahmen wie der besagten Schließung sollen laut dem Gesundheitsamt Infektionsketten gestoppt werden.

Elite-Sportschule "Friedrich Ludwig Jahn" in Potsdam
Elite-Sportschule "Friedrich Ludwig Jahn" in PotsdamFoto: Andreas Klaer

Am Donnerstag seien vier weitere Corona-Fälle unter Kindern in drei Einrichtungen registriert worden, so der Sprecher auf PNN-Anfrage. Unter anderem gebe es zwei infizierte Schülerinnen in der Elite-Sportschule am Luftschiffhafen. Hier würde das Gesundheitsamt nun die Kontaktpersonen ermitteln. hieß es.

Zahlen in Krankenhäusern steigen weiter

Die Zahlen in den Krankenhäusern sind ebenfalls steigend. In Potsdams Kliniken wurden am Donnerstagvormittag 35 Personen wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt, davon 15 intensivmedizinisch. Am Mittwoch war es jeweils ein Patient weniger. Anfang der Woche ging es noch um 27 Patienten. Die Bettenauslastung auf den Intensivstationen der Region liegt bereits bei 78 Prozent, in ganz Brandenburg schon bei 79. Intensivmediziner warnen deutschlandweit vor Engpässen in der allgemeinen medizinischen Versorgung, sollte die Zahl der schweren Corona-Fälle in Kliniken weiter steigen.

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