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Corona-Lage in Potsdam : Inzidenz steigt auf neues Rekordhoch

Der Wert ist am Freitag auf über 700 gestiegen, 335 weitere Infektionen wurden vermeldet. Stadt stellt klar: Neue Quarantäne-Regeln gelten nicht rückwirkend.

Am Freitag wurden mehr als 300 neue Infektionen gemeldet.
Am Freitag wurden mehr als 300 neue Infektionen gemeldet.Foto: Ottmar Winter PNN

Potsdam - Potsdams Corona-Inzidenz schnellt weiter in die Höhe: Mit 724,8 Neuinfektionen innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner hat das Robert Koch-Institut am Freitag einen erneuten Rekord für die Landeshauptstadt gemeldet. Es ist Potsdams höchster Wert seit Beginn der Pandemie – und derzeit die höchste Inzidenz landesweit. 335 neue Infektionen wurden verzeichnet, ebenso zwei weitere Todesfälle. In Zusammenhang mit dem Coronavirus kamen in Potsdam bisher 263 Menschen ums Leben. Unverändert ist die Lage in den Kliniken. Wie das Rathaus mitteilte, werden in den Krankenhäusern der Stadt weiterhin 23 Personen wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt, davon wie am Vortag neun auf den Intensivstationen.

Erst am Donnerstag wurde das vorherige Inzidenz-Allzeithoch von 641,4 gemeldet, nachdem der Wert am Mittwoch noch bei 428,9 lag. Eine Ursache für den sprunghaften Anstieg dürfte neben der Ausbreitung der Omikron-Variante gewesen sein, dass fehlende Daten der letzten Tage in die Statistik eingepflegt worden sind. Zuletzt wurden wegen technischer Probleme die Potsdamer Infektionszahlen nicht vollständig übermittelt. Am Donnerstag hatte das RKI 605 Infektionen für Potsdam gemeldet.

Neue Quarantäne-Regeln in Kraft

Seit dem gestrigen Donnerstag gelten in Potsdam neue Quarantäne-Regeln. Wichtige Neuerung: Kontaktpersonen in Schule und Hort müssen nicht mehr in Quarantäne. Das gilt allerdings nicht rückwirkend, wie Stadtsprecher Jan Brunzlow auf Nachfrage präzisierte. Das heißt, all jene Kinder und Jugendlichen, die als Kontaktpersonen von infizierten Mitschülern derzeit in häuslicher Isolation sind, müssen dies auch bis zum Ende ihrer Quarantäne bleiben. Am Mittwoch hatte die Stadt mitgeteilt, dass sich 1537 Kinder und Jugendliche als Kontaktpersonen in Quarantäne befinden.

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Die aktualisierte Regelung gilt nur für jene Fälle, die ab dem gestrigen Tag neu registriert werden. Wie berichtet dürfen Kontaktpersonen in Hort und Schule dann weiterhin die Einrichtung besuchen, müssen aber fünf Tage lang ein Selbstmonitoring mit täglichen Schnelltests durchführen. Für Kontaktpersonen in der Kita wird auch weiterhin eine Quarantäne angeordnet, diese umfasst sieben Tage.

24 Feuerwehrleute in Quarantäne

In Quarantäne befinden sich auch 24 Feuerwehrmänner und -frauen nach einem Ausbildungslehrgang. Das bestätigte ein Stadtsprecher auf Anfrage. Nach einem Positivtest unter den Teilnehmern mussten die 16 Mitglieder der Potsdamer Feuerwehr und acht Auszubildende anderer Feuerwehren sowie ihr Ausbilder in häusliche Isolation. Weitere Infektionen habe es in der Folge aber nicht gegeben. Auch habe, so versicherte der Sprecher, weder die Infektion noch die Quarantäne Einfluss auf die Einsatzbereitschaft der Potsdamer Feuerwehr. Zuerst hatte die Märkische Allgemeine berichtet.

Für den heutigen Freitag und den morgigen Samstag hat die Stadt eine Sonderaktion „Biontech für alle“ in den städtischen Impfzentren angekündigt. Heute zwischen 10 und 18 Uhr und morgen zwischen 8 und 16 Uhr können sich dort alle Personen ab zwölf Jahren mit dem Impfstoff Comirnaty von Biontech impfen lassen. Sonst erhalten Personen über 30 Jahren in der Regel den Impfstoff Moderna. Insgesamt stehen nach Angaben der Stadt rund 2800 Impfdosen zusätzlich zur Verfügung. Eine Terminbuchung ist auf potsdam.de/impfen möglich, es sind noch viele Termine frei.

Wie die Stadt mitteilte, wurden in der Metropolis- und der Schinkelhalle seit der Eröffnung der Impfstellen im Dezember 32 546 Personen gegen das Coronavirus geimpft. 84 Prozent von ihnen erhielten demnach eine Auffrischungsimpfung, 12 Prozent eine Erst- und 4 Prozent eine Zweitimpfung. 

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