• Corona-Lage in Potsdam: In drei von vier Fällen ist es Omikron

Corona-Lage in Potsdam : In drei von vier Fällen ist es Omikron

Die Ausbreitung der Virusvariante hat die Sieben-Tage-Inzidenz in die Höhe schnellen lassen. Aktuell befinden sich mehr als 700 Kita- und Schulkinder in Quarantäne. 

Die Omikron-Variante breitet sich rasch aus. Das zeigen die Sequenzierungen im Bergmann-Klinikum.
Die Omikron-Variante breitet sich rasch aus. Das zeigen die Sequenzierungen im Bergmann-Klinikum.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Die Omikron-Variante des Coronavirus ist weiter auf dem Vormarsch in Potsdam. Beim städtischen Bergmann-Klinikum lag der Omikron-Anteil bei den Untersuchungen aller positiven PCR-Tests in den vergangenen drei Tagen bei 75 Prozent, wie eine Sprecherin auf PNN-Anfrage mitteilte: „Der steigende Trend setzt sich fort.“ In der Vorwoche lag dieser Anteil noch bei 66 Prozent.

Im Lagebild des Landesgesundheitsministeriums war am Montag von 233 Omikron-Infektionen in Potsdam die Rede – das entspricht einem Anstieg um fast 70 Prozent seit dem vergangenen Mittwoch, als die Zahl noch bei 138 lag. Allerdings werden diese Daten immer erst mit Verzug zu den gemeldeten Ansteckungszahlen erfasst, weil als Zwischenschritt noch weitere Untersuchungen und Sequenzierungen nötig sind.

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Die als ansteckender geltende Variante ist nach Angaben der Stadt auch der Grund für den rapiden Anstieg der Infektionszahlen. Am Sonntag war die Sieben-Tage-Inzidenz auf den Rekordwert von 552,4 gestiegen. "Konkret heißt das, dass sich in der vergangenen Woche nachweislich mehr als 1000 Potsdamerinnen und Potsdamer infiziert haben", teilte die Stadt mit. 

Am Dienstag sank die Inzidenz auf 476,6, weil offiziell keine neuen Corona-Fälle ausgewiesen worden sind. Das hängt mit einem technischen Fehler zusammen, wie ein Rathaussprecher auf PNN-Anfrage erklärte. Tatsächlich seien am Montag 160 Neuinfektionen in die Systeme eingespeist worden. Die reale Sieben-Tage-Inzidenz fällt also höher aus als der vom Robert Koch-Institut vermeldete Wert.

Vor allem Grundschulen von Infektionen betroffen

Sprunghaft angestiegen ist auch die Zahl der Kita- und Schulkinder in Quarantäne, wie ein Stadtsprecher am Montagabend mitteilte. Seit Jahresbeginn haben sich demnach im Bereich Schule und Kita 190 Kinder und Jugendliche sowie 34 Mitarbeitende mit dem Coronavirus infiziert. 726 Kinder und Jugendliche seien in diesem Zusammenhang aktuell in Quarantäne. Betroffen sind vor allem Grundschulen mit 79 Infektionsfällen, gefolgt von den Gymnasien mit 49 Infektionen und Gesamtschulen mit 28 Fällen. An Kitas gibt es aktuell 26 Infektionen.

Der Anstieg folgt dem landesweiten Trend: Von den 18 Landkreisen und kreisfreien Städten in Brandenburg wiesen am Dienstag neun eine Inzidenz von mehr als 500 aus. Der Landesschnitt wurde vom Gesundheitsministerium mit 491,8 angegeben nach 518 am Montag. Im Vergleich zur Vorwoche zurückgegangen ist die Zahl der Covid-Patient:innen in den Krankenhäusern, am Montag waren es 532, ein Rückgang um fast 110 innerhalb einer Woche. In Potsdam werden aktuell 36 Covid-Patienten im Krankenhaus behandelt, davon 14 intensivmedizinisch – das sind ähnliche Zahlen wie vor einer Woche.

Impfappell an die Senioren

Die Senioren-Union der CDU Potsdam appellierte erneut an die Älteren, sich auf jeden Fall vollständig gegen das Coronavirus impfen zu lassen. „Der Berliner Virologe Christian Drosten warnt, dass es vor allem für Ungeimpfte über 60 Jahre richtig gefährlich wird“, mahnte der Vorsitzende Bruno Schwaibold in einer Mitteilung. Zwar gebe es offenbar bei der aktuellen Mutante weniger schwere Verläufe als bei der Delta-Variante. „Senioren droht aber dennoch bei einer Omikron-Infektion deutlich häufiger die Einweisung in eine Klinik“, sagte Schwaibold. Jetzt komme es darauf an, möglichst viele Bürger in kürzester Zeit zu impfen.

Für die städtischen Impfstellen in der Metropolishalle und der Schinkelhalle gibt es freie Termine, die über www.potsdam.de/impfen gebucht werden können. In der vergangenen Woche haben sich nach Stadtangaben dort 6066 Personen impfen lassen, darunter waren auch 300 Zweitimpfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren. 

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