• Corona-Lage in Potsdam: Hoffnung für Pfingsten

Corona-Lage in Potsdam : Hoffnung für Pfingsten

Potsdams Oberbürgermeister sieht gute Chancen, die Außengastronomie mit Testpflicht zu ermöglichen. Die Inzidenz sinkt auf 103.

Noch sind Potsdams Lokale geschlossen. Stadtchef Schubert hofft auf Pfingsten, wenn die Inzidenz weiter sinkt. 
Noch sind Potsdams Lokale geschlossen. Stadtchef Schubert hofft auf Pfingsten, wenn die Inzidenz weiter sinkt. Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) sieht durchaus noch gute Chancen, dass rund um das Pfingstfest in Potsdam die Corona-Werte soweit sinken, dass die Außengastronomie mit Testpflicht möglich sein kann. Das machte der Rathauschef bei einer digitalen Sitzung des Hauptausschusses auf Nachfrage des Linken-Stadtverordneten Hans-Jürgen Scharfenberg deutlich. „Meine Hoffnung ist eher größer, dass wir in den nächsten Tagen unter die 100 kommen“, meinte Schubert mit Blick auf die aktuelle Corona-Inzidenz in der Stadt. 

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Am Donnerstag verzeichnete die Stadt eine Sieben-Tage-Inzidenz von 102,6. Vor drei Tagen lag der Wert noch bei 127,5, seitdem sinkt die Inzidenz. 40 Neuinfektionen zwischen Mittwoch und Donnerstag wurden durch die Stadt an das Robert-Koch-Institut übermittelt. Im Wochenvergleich bedeuten die neuen Zahlen eine Fortsetzung des Trends zu leicht sinkenden Infektionszahlen der vergangenen Tage. Am Donnerstag der Vorwoche waren 44 Neuinfektionen gemeldet worden. Auf den Covid-Stationen in Potsdams Krankenhäusern werden derzeit 18 Patienten betreut, zwölf davon intensivmedizinisch.

Aufhebung der Notbremse nach fünf Werktagen unter 100

Aufgrund der Inzidenz von über 100 gelten derzeit noch die Lockdown-Regeln der Bundesnotbremse. Damit das aufgehoben wird, müsste an fünf Werktagen nacheinander die Inzidenz unter 100 liegen – bei nur einem Tag über diesem Wert „wird es schwierig“, so Schubert. Allerdings gebe es derzeit keine neuen Kitas und Schulen mit größeren Corona- Ausbrüchen. Problematisch sei diese Lage gleichwohl für die Gastronomie, räumte Schubert ein. Denn für eine Öffnung sei Planungssicherheit notwendig, sei es bei der Bestellung von Waren oder beim Einsatz von Mitarbeitern. 
Im Kampf gegen die hohen Corona-Werte in Kitas und Schulen prüft die Stadt Potsdam auch, ob sie Eltern von Kita-Kindern dazu verpflichten kann, dass diese sich zweimal pro Woche auf das Coronavirus testen. Das erklärte Bildungsdezernentin Noosha Aubel (parteilos) am Mittwochabend im Hauptausschuss. Grundlage wäre das Vorgehen des Landes Mecklenburg-Vorpommern – dort will man die Kita-Eltern testen, um den Kindern den Stress eines solchen Vorgehens zu ersparen und vor dem Hintergrund, dass Infektionen in Familien früher oder später ohnehin in den Kitas landen und sich von dort ausbreiten. Allerdings müsse eben noch geklärt werden, ob Potsdam das so regeln könne, sagte Aubel. Oberbürgermeister Schubert sagte, es gehe um den Gesundheitsschutz und mögliche Langzeitfolgen der Infektionen für Kinder. Getestet würde mit Testkits zu Hause. 

Kita-Betreiber will die Stadt stärker in die Pflicht nehmen, um Corona-Regeln zu beachten. 
Kita-Betreiber will die Stadt stärker in die Pflicht nehmen, um Corona-Regeln zu beachten. Foto: Ottmar Winter PNN


Kurzfristig will man auch die privaten Kita-Träger in der Stadt noch einmal stärker in die Pflicht nehmen, machte Aubel deutlich. So gebe es Elternhinweise, dass gerade in den Randzeiten in einigen Kitas und Horten das Personal knapp werde – und dann eigentlich voneinander getrennte Kindergruppen wieder gemischt würden, mit allen Folgen bei Infektionen. Hier wolle man die Träger noch einmal sensibilisieren, aber auch stärker vor Ort kontrollieren, kündigte Aubel an. Für Eltern wolle man eine Beschwerdestelle anbieten, sollte es zu Verstößen gegen solche Hygieneauflagen in ihren Kitas kommen, kündigte Aubel ebenso an.
Noch nicht gänzlich geklärt ist, wie man nach überstandener Corona-Infektion die erfolgreiche Genesung nachweisen kann. Das aber ist wichtig vor dem Hintergrund, dass bekanntlich Corona-Genesene den Geimpften gleichgestellt werden sollen. Zuletzt hatte es auch mehrere PNN-Leseranfragen dazu gegeben, wie das nachgewiesen werden kann. Dazu hat das Rathaus nun geantwortet, eine klare Aussage des Bundesgesetzgebers dazu fehle noch. Verwiesen wird aber auf die Quarantäne-Bescheide, die Corona-Infizierte erhalten. „Dieser Bescheid kann aus unserer Sicht als Nachweis gelten“, sagte Stadtsprecher Jan Brunzlow.

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