• Corona-Lage in Potsdam: Covid-Ausbruch in weiterem Seniorenheim

Corona-Lage in Potsdam : Covid-Ausbruch in weiterem Seniorenheim

Bewohner und Mitarbeiter des Hasenheyer-Stifts in der Brandenburger Vorstadt haben sich mit Corona infiziert. Stadt begründet fortdauernde Kita-Schließungen.

Im Hasenheyer-Stift gibt es einen Corona-Ausbruch. 
Im Hasenheyer-Stift gibt es einen Corona-Ausbruch. Foto: Andreas Klaer

Potsdam - In Potsdam wird ein weiterer Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim bekannt, es geht um das Hasenheyer-Stift der in Potsdam ansässigen Lafim-Diakonie für Menschen im Alter gGmbH. Deren Sprecher Michael Holzhauer bestätigte am Sonntag einen Covid-Befall, eine von ihm nicht näher genannte Zahl an Bewohnern und Mitarbeitern sei per Schnelltest positiv getestet worden. 

Da diese nicht stets 100 Prozent verlässliche Ergebnisse liefern würden und PCR-Tests noch ausstünden, könne man zunächst keine genaueren Angaben machen, so der Sprecher. Für die Einrichtung nahe der Erlöserkirche in der Brandenburger Vorstadt mit aktuell 49 Plätzen bestehe nun ein Besuchsverbot. 

24 Corona-Patienten auf Intensivstationen

Bereits am Freitagabend hatte das Rathaus erklärt, aktuell gäbe es zehn Pflegeeinrichtungen mit Corona-Fällen, das sind rund ein Drittel aller Seniorenheime in Potsdam. Angesichts der schon jetzt starken Belastung der Krankenhäuser werden gerade Ausbrüche in den Seniorenheimen mit Sorge betrachtet, weil absehbar ein Teil der Infizierten nach einigen Tagen mehr medizinische Hilfe benötigt. Am Freitagmorgen waren in den Krankenhäusern der Stadt noch 115 Corona-Patienten registriert, am Sonntagmorgen waren es 126, davon 24 auf der Intensivstation. Zur Erinnerung: Vor einem Monat, am 10. Dezember, ging es noch um 59 Patienten.

Auf hohem Niveau bleibt die Zahl der Neuinfektionen. Von Freitag- bis Sonntagmorgen meldete die Stadt Potsdam 130 neue Fälle, die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 242,9 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen, gerechnet auf 100 000 Einwohner. Am Freitag lag dieser Wert noch bei 235. Zugleich wurde am Freitagabend bekannt, dass im nahen Berliner Stadtteil Zehlendorf die offenbar deutlich ansteckendere Virus-Variante erstmals auch in der hiesigen Region nachgewiesen wurde. Die Zahl der verstorbenen Potsdamer im Zuge einer Corona-Infektion stieg am Wochenende von 125 auf 129. In Quarantäne befinden sich 592 Menschen.

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Kitas bleiben geschlossen

In der Lage hatte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) am Freitag entschieden, dass die Kitas in Potsdam weiter geschlossen bleiben – anders als in anderen Brandenburger Landkreisen und anders als vom Land beschlossen. Dazu meldete sich bereits am Freitagabend der Kita-Elternbeirat zu Wort und forderte Maßnahmen und Konzepte, „wie Kitas auch mit einer höheren Inzidenz und in einer dynamischen Lage betrieben werden können.“ Es gebe nicht wenige Stimmen, wonach das Ziel einer 50’er-Inzidenz nicht vor März oder April zu erreichen sei. „Das mag man sich im Sinne der Kinder und Familien gar nicht vorstellen.“ Der Beirat hatte etwa verpflichtende Schnelltests für das Personal vorgeschlagen.

Die Stadt begründete ihre Haltung in einem Sonderamtsblatt mit dem Corona-Ansteckungsrisiko in Kitas, den stabil hohen Fallzahlen in der Stadt und der angespannten Lage in den Kliniken. Die Krankenhäuser in Potsdam seien „schon jetzt personell an der absoluten Grenze einer vertretbaren, menschenwürdigen Arbeitsbelastung des Pflegepersonals und der Ärzte angelangt“. Und: Ein weiterer Anstieg der Infektionszahlen „würde eine Gefährdung der medizinischen Versorgung in der Fläche nach sich ziehen“ – ein Verweis auf das kommunale Bergmann-Klinikum als Schwerpunktkrankenhaus für die Region. So würde der Aufbau von fünf Covid-Betten „aufgrund der Komplexität der Erkrankung“ den Abbau von zehn Betten in anderen Versorgungsbereichen bedeuten.

Corona-Fall in Notbetreuung

Die Begründung bezieht sich bemerkenswerterweise auch auf frühere Eindämmungsverordnungen des Landes aus dem Dezember, wonach Kommunen ab einer Inzidenz von 200 Neuinfektionen innerhalb einer Woche pro 100 000 Einwohnern neue Maßnahmen ergreifen können. Dieser Passus aber fehlt in der neuen Landesverordnung, die seit dem Samstag gilt. Nach PNN-Informationen auch sehr zum Ärger von OB Schubert ist dort nur noch geregelt, dass Kommunen ab einer Inzidenz von 300 ihre Kitas schließen sollten. So wird als Rechtsgrundlage für die härteren Maßnahmen von Potsdam nun vor allem das Infektionsschutzgesetz angeführt und der Lockdown-Beschluss der Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Ministerpräsidenten, aus dem Brandenburg beim Thema Kita bekanntlich ausgeschert war.

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Wie berichtet hat Potsdam allerdings eine Notbetreuung für systemrelevante Berufsgruppen und Alleinerziehende eingerichtet, die von bis zu einem Drittel der Familien auch genutzt wird. Allerdings kann sich auch da das Virus verbreiten: Am Freitagabend meldete das Rathaus, dass es in der Kita „Froschkönig“ in der Innenstadt aktuell einen positiven Coronafall in der Notbetreuung gebe. 

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