• Corona-Lage in Potsdam am Montag: Krankenhäuser bereiten mehr Covid-Betten vor

Corona-Lage in Potsdam am Montag : Krankenhäuser bereiten mehr Covid-Betten vor

Experten rechnen mit einem weiteren Anstieg der Zahl der Corona-Patienten in den nächsten zwei Wochen. Dann könnte der Teil-Lockdown Wirkung zeigen.

Das Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann.
Das Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann.Foto: Sebastian Gabsch PNN

Potsdam - Angesichts der steigenden Infektionszahlen in Potsdam und dem Umland bereiten sich die Krankenhäuser in der Stadt auf eine wachsende Zahl von Covid-19-Patienten mit schweren Krankheitsverläufen vor. Das kommunale Klinikum „Ernst von Bergmann“ behandelt derzeit 24 Patienten, fünf auf der Intensivstation, drei von ihnen werden invasiv beatmet, sind also intubiert.

Experten rechnen mit mehr Corona-Patienten

Derzeit stehen laut Klinikum im separaten Covid-Bereich 30 Behandlungsplätze zur Verfügung, alle seien als Intensivbetten nutzbar. Künftig soll die Station E1 mit 16 Betten zur Covid-Intensivstation werden, die E2 mit 14 Betten zur Covid-Normalstation, so eine Sprecherin. Nach PNN-Informationen wird zudem die Inbetriebnahme der Station E3 als Covid-Bereich vorbereitet, dann verfüge das Klinikum über 39 Covid-Betten. Experten rechnen mit einem weiteren Anstieg der Zahl der Corona-Patienten in den nächsten zwei Wochen, bis möglicherweise der Teil-Lockdown Wirkung erzielt.

Das Alexianer St. Josefs-Krankenhaus Potsdam-Sanssouci.
Das Alexianer St. Josefs-Krankenhaus Potsdam-Sanssouci.Foto: Ottmar Winter PNN

Das St. Josefs-Krankenhaus in Trägerschaft der Alexianer hat derzeit nach eigenen Angaben zwei Intensivbetten für Covid-Patienten, könne bei Bedarf aber auf 21 aufstocken. Noch warte man jedoch auf „die Lieferung der letzten Beatmungsgeräte“, so ein Sprecher. Im schlimmsten Falle könne das St. Josefs auf 43 Covid-Betten inklusive Intensivkapazitäten aufrüsten, das Bergmann auf 128. Dies würde jedoch in enger Abstimmung mit der Koordinierungsstelle des Versorgungs-Cluster-Corona Potsdam – kurz VCC – erfolgen. Über das VCC verständigen sich die Krankenhäuser der Region darüber, welches Haus welche Corona-Patienten aufnimmt. Während das Bergmann-Klinikum anfangs alle Covid-Patienten versorgt hat, ist nun nach PNN-Informationen die Auslastung so hoch, dass weniger schwer Erkrankte in andere Häuser, oft wohnortnäher, verteilt werden. 

Die zwei 55- und 78-jährigen Covid-Patientinnen im St. Josefs-Krankenhaus werden ebenso nicht ins Bergmann verlegt. Sie seien wegen „schwerer Erkrankungen beziehungsweise Krankheitsverläufen stationär aufgenommen, die nicht im Zusammenhang mit Covid-19 stehen“, sagte ein Sprecher. Die Infektionen seien dann in der „Schleuse“ der Notaufnahme entdeckt worden. 

Unter Druck stehen beide Häuser beim Personal: Es gebe zwar keinen Personalengpass, so Bergmann-Chef Hans-Ulrich Schmidt, aber die Versorgung der Covid-Patienten sei sehr personalintensiv. Das St. Josefs könne trotz personeller Unterstützung der Schwesterkliniken den Mehraufwand in der Pflege, „nur ohne die Einhaltung der Personaluntergrenzen“ realisieren, so der Sprecher des Krankenhauses.

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Das städtische Gesundheitsamt registrierte am Montag sieben Neuinfektionen, die Inzidenz lag bei 71,5 (Vortag: 73,2). 381 Kontaktpersonen ersten Grades waren in Quarantäne, 138 Infizierte werden derzeit von der Behörde betreut.

Crewmitglieder positiv getestet

Ein besonderer Fall ist ein Flusskreuzfahrtschiff, das am Potsdamer Hafen am Freitag geankert hat. Dort sei am Samstag eines der 28 Crewmitglieder positiv getestet worden, so die Stadt – und am Sonntag neun weitere Besatzungsmitglieder, alle bislang symptomfrei. Sie dürfen das Schiff, die "MS Frederic Chopin",  bis zum 10. November nicht mehr verlassen. 

Auf dem Flusskreuzfahrtschiff im Potsdamer Hafen sind Crewmitglieder mit Corona infiziert.
Auf dem Flusskreuzfahrtschiff im Potsdamer Hafen sind Crewmitglieder mit Corona infiziert.Foto: Sebastian Gabsch PNN

Die 26 Passagiere sowie die negativ getesteten Besatzungsmitglieder durften am Montag laut Stadt „nach einer Risikobewertung gemäß der Kriterien des Robert-Koch-Institutes“ als Kontaktpersonen zweiten Grades an ihre Heimatorte abreisen. Die jeweiligen Gesundheitsämter seien informiert. Die Reederei entscheide über eine Weiterfahrt oder Verholung des Schiffes und stelle die kontaktlose Versorgung ihrer Mitarbeiter sicher, teilte die Stadt mit.

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