• Corona in Brandenburg: Behörden versuchen Ausbreitung zu verhindern

Corona in Brandenburg : Behörden versuchen Ausbreitung zu verhindern

Brandenburg nach der ersten bestätigten Corona-Infektion im Land: Menschen sind verunsichert, eine erste Klinik appelliert an die Einwohner, Besuche auf ein Minimum zu beschränken.

Coronatest. Aus Abstrichen besteht das Testverfahren auf das Virus.
Coronatest. Aus Abstrichen besteht das Testverfahren auf das Virus.Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Oranienburg/ Potsdam - Die Oberhavel Kliniken in Oranienburg (Oberhavel) haben appelliert, Besuche in den Krankenhäusern auf ein Minimum zu reduzieren."Aufgrund der aktuellen Lage bezüglich der Ausbreitung des Coronavirus und der vermutlich hohen Dunkelziffer an unbemerkt Infizierten bitten die  Oberhavel Kliniken alle Angehörigen von Patienten, Besuche am Krankenbett auf ein Minimum zu beschränken oder besser ganz darauf zu verzichten", heißt es in einer Pressemitteilung der Einrichtung. Der Klinik-Geschäftsführer Detlef Troppens erklärte: "„Wir wenden uns mit diesem Anliegen so deutlich an die Öffentlichkeit, weil wir uns verpflichtet sehen, unsere Patienten in der derzeitigen Situation in besonderem Maße zu schützen und die Ansteckungsgefahr zu reduzieren." Momentan sei es nicht ausgeschlossen, dass Besucher unbeabsichtigt Erreger von draußen mit in die Klinik hineintragen oder auch heraustragen und verbreiten“, so Troppens.

Behörden versuchen Ausbreitung zu verhindern

Derweil versuchen Brandenburgs Gesundheitsbehörden, die
Ausbreitung des neuartigen Coronavirus im Land zu  verhindern. Der ersten nachgewiesenen Infektion sind bis zum Mittwoch zunächst keine weiteren positiven Testergebnisse gefolgt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Potsdam gab es bislang 61 Verdachtsfälle, bei neun standen die Ergebnisse noch aus. Der Erreger Sars-CoV-2 war am Montag bei einem 51-jährigen Mann aus Hohen Neuendorf (Landkreis Oberhavel) festgestellt worden. Mit seiner Frau sowie einem befreundeten Ehepaar aus Berlin war der Mann am Freitag aus Südtirol vom Skiurlaub zurückgekehrt.  Der infizierte Mann wurde ebenso wie seine Ehefrau zu Hause isoliert. Von den sechs Pflegekräften, mit denen der Infizierte in zwei Kliniken unmittelbaren Kontakt gehabt habe, befanden sich am Mittwoch nur noch drei in Isolation. Für die übrigen drei wurde die Isolation aufgehoben. Alle Kontaktpersonen seien ermittelt und die notwendigen Maßnahmen ergriffen worden, sagte eine Sprecherin des Landkreises. „Wir haben das große Glück, dass sie sehr umsichtig gehandelt haben“, sagte sie mit Blick auf das Paar aus Hohen Neuendorf.

Nach Hause. Schüler, die sichtbar krank sind, werden am Gymnasium in Hohen Neuendorf nach Rücksprache mit den Eltern nach Hause geschickt. 
Nach Hause. Schüler, die sichtbar krank sind, werden am Gymnasium in Hohen Neuendorf nach Rücksprache mit den Eltern nach Hause...Foto: Felix Kästle/dpa

Kranke Schüler werden nach Hause geschickt

Das Marie-Curie-Gymnasium in Hohen Neuendorf wies unterdessen auf seiner Internetseite darauf hin, Schulbesuche mit Husten und Schnupfen zu vermeiden. „Wir müssen zusammen darauf achten, uns nicht anzustecken. Weder mit Corona noch mit der Grippe“, hieß es. Wer erkennbar krank sei, Fieberanzeichen zeige oder beides, werde nach Rücksprache mit den Eltern nach Hause geschickt.

Ausrüstung bei DRK jederzeit ausreichend

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Brandenburg sieht sich für Einsätze bei Coronavirus-Infektionen gut gewappnet. Der Verband erläuterte, das DRK sei mit Schutzausrüstungen ausgestattet. Sollten weitere Sets benötigt werden, sei eine umgehende Versorgung über das DRK-Logistikzentrum in Schönefeld möglich. „Dort sind jederzeit ausreichende Mengen an Ausrüstungen abrufbar“, hieß es. 


(mit dpa)

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