• Café im Park: Volles Haus im Paradies

Café im Park : Volles Haus im Paradies

Das Café Eden im Park Sanssouci sollte eigentlich nur eine Saison öffnen. Doch der Erfolg könnte es nun zu einer Institution machen

Schlemmen inmitten der Natur. Das Café Eden am Kuhtor im Park Sanssouci ist eine Erfolgsgeschichte. Betreiber Justus von der Werth möchte gern weitermachen. Nun muss nur noch die Schlösserstiftung mitspielen.
Schlemmen inmitten der Natur. Das Café Eden am Kuhtor im Park Sanssouci ist eine Erfolgsgeschichte. Betreiber Justus von der Werth...Foto: Andreas Klaer

Im Sommer war ständig jeder Tisch besetzt, jeder Liegestuhl belegt. Und selbst jetzt noch, wenn die Oktobersonne sich ihren Weg durch das bunte Blattwerk der Bäume bahnt, sieht man den einen oder anderen Besucher genüsslich seinen Kaffee trinken. Das wundert nicht weiter, wird doch das Café Eden im Park Sanssouci, gleich links auf der Wiese beim Kuhtor hinter der Alten Meierei, seinem Namen mehr als gerecht. Ganz naturbelassen findet man dort Sitzgelegenheiten unter großen Bäumen mit verschnörkeltem Astwerk, gleich dahinter fließt romantisch Wasser daher und auch die etwas heruntergekommene Alte Meierei gibt dem ganzen Ensemble einen sehr verträumten Look. Der war durchaus beabsichtigt, wie Betreiber Justus von der Werth erzählt. „Das Café entspricht absolut dem Geist der Spätromantik“, sagt er. „Genauso wollte ich es auch: ausgerichtet zur Natur, Respekt vor den Gebäuden – einfach ein harmonisches Ganzes schaffen.“

Entstanden ist das Café Eden im Zuge der großen Open-Air-Ausstellung „Paradiesapfel“ im Park Sanssouci, die von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) im April dieses Jahres eröffnet wurde. Wie von der Werth sagt, habe es bereits Ende 2013 eine Ausschreibung für ein gastronomisches Konzept gegeben, an der er sich beteiligte. „Ich habe ja lange Zeit die Theaterklause betrieben und war auch in der Reithalle und der fabrik in der Gastronomie tätig“, erzählt der 48-jährige Potsdamer, der auch leidenschaftlicher Maler ist. „Somit brachte ich durchaus Erfahrung mit und hatte einige Ideen.“

In einer Skizze stellte er diese vor und konnte sich mit seinem relativ einfachen Konzept schließlich durchsetzen: Ein paar Tische auf einem festen Holzuntergrund sollten es sein, eine Strohkiste für die Kinder zum Spielen und eine kleine Verkaufsbude. Von einigen Ideen, wie beispielsweise einer großen Schaukel im Baum, musste er sich allerdings verabschieden. „Das musste alles mit der Stadtverwaltung, der Naturschutzbehörde, dem Denkmalschutz und natürlich der Stiftung abgesprochen werden“, so von der Werth. „Daher gab es natürlich auch Grenzen.“ Im Großen und Ganzen sei die Zusammenarbeit aber stets gut verlaufen und man habe sich gut ergänzt, wie er sagt. So habe die Stiftung ihm anstandslos die Spielkiste für die Kinder hingebaut und auch einen Strom- und Wasseranschluss zu seiner Verkaufsbude gelegt. Letztere hat von der Werth, der das Café-Grundstück von der Stiftung gepachtet hat, selbst gebaut. Als gelernter Architekt sei das für ihn kein Problem gewesen, wie er sagt. „Es war auch mal wieder schön, einen Entwurf zu erstellen und danach zu bauen“, so der Gastronom. Auch der Holzboden, auf dem Tische und Stühle stehen, ist von ihm zusammengezimmert worden. Die Bretter dazu stammen aus dem alten Domizil des Hans Otto Theaters in der Zimmerstraße.

Mehrere Tausend Euro hat von der Werth in den Aufbau investiert – eine Investition, die sich gelohnt hat, wie er sagt. „Natürlich wussten wir am Anfang nicht, ob das alles überhaupt funktioniert“, gesteht er. „Aber die Leute haben uns die Bude eingerannt, sogar schon zwei Tage vor offizieller Eröffnung.“ Von dem Gewinn könne er sogar den Winter über leben, wie er sagt. Der Erfolg liegt natürlich nicht nur an der malerischen Kulisse, sondern auch an dem kulinarischen Angebot, das zwar wie der Rest des Cafés einfach gehalten ist, aber dennoch anspricht: Da gibt es Bio-Bratwürste – jeden Freitag sogar eine spezielle Rind-Lamm-Wurst –, Grillkäse, Grilltomaten, Zwiebel- und Pflaumenkuchen vom Potsdamer Bäcker Braune sowie diverse Sorten Kaffee und Saft. „Mir war es wichtig, nur ganz wenig und Einfaches auf der Karte zu haben, aber es dafür einen Tick besser und raffinierter anzubieten“, erzählt von der Werth. „Dafür gab es auch viel Lob.“ Allerdings musste er gerade die Würste hart gegen Diebe verteidigen: „Wir hatte hier eine Krähe, die bestimmt ein Dutzend Bratwürste direkt vom Grill geklaut hat“, erzählt er lachend. „Aber das gehört eben auch dazu, wenn man in der Natur ist.“ Für ihn seien es gerade diese Erlebnisse und das direkte Erleben der Jahreszeiten, die den Ort zu etwas Besonderem machen.

Mit dem Ende der „Paradiesapfel“-Ausstellung am 31. Oktober wird auch das Café geschlossen. Ob es im nächsten Frühling wieder eröffnet wird, ist noch nicht klar. Wie Frank Kallensee, Pressesprecher der SPSG sagt, sei sich die Stiftung sehr wohl des Erfolgs des Cafés bewusst, ob es aber weitergeführt werden könne, werde gerade noch geprüft.

Justus von der Werth stünde auf jeden Fall bereit, wieder den Betrieb zu übernehmen. Schließlich hätten sich auch Veranstaltungen wie die Tango-Nächte oder die Fontane-Lounge gut etabliert. „Im Prinzip wäre das mein Traum“, sagt er. „Im Sommer betreibe ich das Café, im Winter mache ich Kunst.“ Das Café Eden in der Lennéstraße 32 hat noch bis 31. Oktober täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Bei Regen bleibt es geschlossen.

 

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