• Buntes Potsdam: Briten lassen sich gerne einbürgern

Buntes Potsdam : Briten lassen sich gerne einbürgern

Im Jahr 2019 waren es Potsdamer Bürger aus Großbritannien, die am häufigsten eingebürgert wurden. Die weitaus größte Gruppe mit ausländischer Staatsangehörigkeit kommt aus Syrien.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa (Symbolbild)

Potsdam - Die brandenburgische Landeshauptstadt ist in den vergangenen Jahren viel britischer geworden. Wie die Stadtverwaltung auf PNN-Anfrage mitteilte, sind im vergangenen Jahr 28 Potsdamer mit britischer Staatsbürgerschaft eingebürgert worden. Damit liegen Bürger des Vereinigten Königreiches deutlich an der Spitze der Einbürgerungsstatistik. Im Jahr 2018 waren es immerhin zehn Einbürgerungen.

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Seit dem Referendum über den Austritt aus der Europäischen Union im Jahr 2016 war die Zahl der Einbürgerungen von Briten deutlich angestiegen – nicht nur in Potsdam. Verglichen mit den Einbürgerungen in der Vergangenheit ist das Interesse seither enorm gewachsen: In der Zeit von 2006 bis Mitte 2016 haben sich nämlich nach der Statistik der Stadt lediglich vier britische Staatsbürger in Potsdam einbürgern lassen. Als EU-Bürger hatten die Staatsbürger Großbritanniens auch in Deutschland alle Rechte – bis auf das Wahlrecht. Doch zu Beginn dieses Jahres hat das Königreich bekanntlich die EU verlassen.

Coronavirus bremst Einbürgerungen

Insgesamt gab es 2019 in Potsdam den Angaben zufolge 120 Einbürgerungen. Nach Großbritannien folgten Polen mit zehn und die Ukraine mit neun Einbürgerungen. Im laufenden Jahr sind die Zahlen bisher viel niedriger. Insgesamt gab es 33 Einbürgerungen, zwei davon aus Großbritannien. Ein Grund dafür ist, dass in den Monaten März, April und Mai wegen der Coronakrise keine Einbürgerungen durchgeführt wurden. „Einbürgerungen wurden nicht als lebensnotwendige Dienstleistung für die Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt Potsdam angesehen und wurden daher vorübergehend ausgesetzt“, so eine Stadtsprecherin. Seit dem 15. Juni ist das wieder möglich. Allerdings gibt es derzeit – anders als sonst in Potsdam üblich – keine Einbürgerungsfeiern im Rathaus mit mehreren Einzubürgernden zeitgleich.

Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Wer sich einbürgern lassen will, muss viele Voraussetzungen erfüllen. So muss man mindestens acht Jahre legal in Deutschland leben, seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten können, den Einbürgerungstest bestehen, ausreichende Sprachkenntnisse besitzen, nicht vorbestraft sein und seine bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben. Für Bürger aus der Europäischen Union gibt es einige Erleichterungen.

Bei den Potsdamern mit ausländischer Staatsangehörigkeit haben sich die zahlenmäßigen Verhältnisse in den vergangenen Jahren verschoben. Viele Jahre lang kamen die meisten von ihren aus der Russischen Föderation. Ende Mai waren es 1418 – Platz zwei in der Statistik. Auf dem ersten Platz liegt seit 2016 aber Syrien. Ende Mai lebten 2482 syrische Staatsbürger in Potsdam. Es folgen Polen 1149, die Ukraine mit 931 und Rumänien mit 804.

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