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Bundesweite Kino-Aktion : Popcorn vorm Thalia

Das Potsdamer Thalia-Kino wird am Sonntagabend für ein paar Stunden innen und außen erleuchtet - um auf die Situation des Kinos aufmerksam zu machen. Für Öffnungen ist man bereit.   

Im Thalia hofft man darauf, dass die Menschen dieses Jahr auch im Sommer kommen.
Im Thalia hofft man darauf, dass die Menschen dieses Jahr auch im Sommer kommen.Foto: Ottmar Winter PNN

Potsdam - Kultureinrichtigungen haben es in der Corona-Pandemie schwer. Für viele ist eine Öffnung erst in den späteren Stufen geplant. Das trifft auch auf die Kinos zu. In dem am Dienstag vorgestellten Öffnungsplan sieht die Brandenburger Landesregierung einen Neustart der Kinos erst in einer dritten Stufe vor. Wann das voraussichtlich sein wird, bleibt bislang offen und hängt vom weiteren Infektionsgeschehen ab. Um nicht in Vergessenheit zu geraten, beteiligt sich das Babelsberger Thalia-Kino am Sonntag an der bundesweiten Aktion "Kino leuchtet. Für Dich." 

Insgesamt 300 Kinos nehmen an der Aktion teil, die ein Appell an die Politik ist. Initiiert wurde "Kino leuchtet" von der AG Kino – Gilde, die gemeinsam mit dem Hauptverband Deutscher Filmtheater (HDF) ihre Mitglieder zur Teilnahme aufrief. Hinsichtlich der Beratungen von Bund und Ländern in der kommenden Woche lautet der Appell, "dass Kinos mit zu den ersten Lebensbereichen zählen, die wieder öffnen.“ 

Auch das Potsdamer Filmmuseum und die Kleinmachnower Kammerspiele nehmen an der Aktion teil. Das UCI-Kino in den Bahnhofspassagen wird sich nicht an der Aktion beteiligen, wie eine Pressesprecherin den PNN auf Nachfrage mitteilte. Das sei aus organisatorischen Gründen nicht möglich, hieß es nur. Auf eine Öffnung sei das Kino aber vorbereitet. 

Vor dem Kino gibt es Popcorn und Gespräche

Das Babelsberger Kino hingegen wird am Sonntag um 19 Uhr die Lichter anknipsen. "Wir leuchten von außen und von innen", sagt Daniela Zuklic, stellvertretende Geschäftsführerin des Thalia-Kinos. An einem Stand vor dem Kino in der Rudolf-Breitscheid-Straße 50 wollen sie außerdem Popcorn und Getränke zum Mitnehmen sowie Gutscheine verkaufen. Außerdem stehen sie für Fragen bereit. Das Ganze soll bis etwa 21 Uhr gehen. 

Mit der Aktion wollen sie signalisieren, dass es dringend geboten sei, wieder Kultur zuzulassen, sagt Zuklic. "Wir wollen damit auf die Situation der Kinos hinweisen." Im Vorfeld findet um 18 Uhr ein Online-Filmgespräch mit dem Südtiroler Abenteurer Robert Peroni und dem Regisseur und Produzenten Peter Bardehle über ihren Film „The Red House“ statt. Weitere Informationen und der Link zur Anmeldung sind auf der Internetseite https://www.thalia-potsdam.de/programm/solidarisches-online-kino/ zu finden.

Thalia erhält Überbrückungshilfen

Eine Pleite muss das Babelsberger Kino derzeit nicht befürchten. Sie würden Überbrückungshilfen sowie die November- und Dezemberhilfen erhalten, wenn auch teilweise schleppend, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin. Auch Mitarbeiter hätten sie keine entlassen müssen, diese seien in Kurzarbeit. Die Situation des Kinos bleibt dennoch schwierig: "Wir haben alle keinen Horizont", betont Zuklic. Noch immer sei ungewiss, wann die Kinos wieder öffnen könnten. Sie würden aber auf April hoffen. Aber selbst wenn das der Fall ist, lösen sich die Probleme dann nicht in Luft auf. 

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Keine Rücklagen für schwache Sommerzeit

Denn mit dem Frühjahr und dem Sommer beginne für die Kinos die schwierigste Zeit des Jahres, die in der Regel weniger besucherstark sei als die Herbst- und Wintermonate. Mit den staatlichen Hilfen könne das Kino die schwierigen Pandemie-Monate zwar so einigermaßen überstehen. Möglichkeiten, für die Sommermonate Rücklagen zu bilden - wie in einer normal verlaufenden Saison üblich - gebe es mit den Corona-Hilfen aber nicht, erklärt Zuklic. 

Aber vielleicht ist nach dem Corona-Winter auch im Corona-Sommer einiges anders. "Wir hoffen, dass die Leute so hungrig nach Kultur sind, dass sie die Angebote in Anspruch nehmen." Aber sie müssten genauso damit rechnen, dass der Kinobetrieb bei warmen Temperaturen weniger gut laufe. "Die tatsächlichen Konsequenzen werden erst im Laufe des Jahres spürbar werden", meint Zuklic. 

Daniela Zuklic, stellvertretende Geschäftsführerin des Thalia Kinos Babelsberg.
Daniela Zuklic, stellvertretende Geschäftsführerin des Thalia Kinos Babelsberg.Foto: Manfred Thomas

In jedem Fall seien sie schon jetzt auf die Öffnung des Kinos vorbereitet. "Wir sind startklar", sagt sie. Da sie noch nicht wüssten, wann wieder die ersten Filme gezeigt werden können, müsse nur das Kinoprogramm entsprechend aktualisiert werden. Gezeigt werden sollen dann auch wieder Filme, die kurz vor dem Lockdown angelaufen sind und nur kurze Zeit in den Kinos zu sehen waren. Zuklic nennt Filme wie "Schwesterlein" oder "Und morgen die ganze Welt". 

Mit der Öffnung des Kinos im Frühjahr soll auch das neu gestaltete Café der Öffentlichkeit präsentiert werden und endlich Gäste empfangen. Während einer etwa vierwöchigen Renovierung seien Farben, Möbel, Tresen, Wände und Decken sowie die Heizung im Babelsberger "Konsum" erneuert worden, berichtet die stellvertretende Geschäftsführerin. Und auch die Bilder wurden ausgetauscht: Nun zieren Fotografien aus der Geschichte des Thalia-Kinos die Wände. 

Auch das Kino im Medien-Campus beteiligt sich 

Das KiM-Kino, Kino im Medien-Campus Babelsberg, welches sich zusammen mit drei Schulen unter einem Dach befindet, beteiligt sich ebenfalls von 18 bis 20 Uhr an der Aktion. Ein roter Teppich wird ausgerollt, Lichtinstallationen sind außen und innen geplant und natürlich werde auch etwas auf die Leinwand projiziert.


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