Potsdam : Bundesweit einmaliges Mäzenatentum

Warum Hasso Plattner stiftet und spendet.

„Vom Zurückgeben halte ich viel, wenn man sehr erfolgreich gewesen ist im Leben“, sagt Hasso Plattner. „Man kann das Geld ja auch nicht mitnehmen.“ Dafür aber könne man sein Vermögen einsetzen, so dass „man ein gutes Gefühl hat, dass es sinnvoll weitergegeben wurde“.

So äußert sich Plattner in einer TV-Dokumentation der Sender RBB, Arte und SWR, die Anfang der Woche erstmals ausgestrahlt wurde. „Das Milliardenversprechen“ heißt der Film. Darin wird über die Verantwortung der Reichen gegenüber der Gesellschaft berichtet. Der heute 68-jährige Hasso Plattner ist einer der Milliardäre, der vor die Fernsehkamera tritt.

Plattner, hemdsärmelig und unkompliziert wie auch Potsdamer ihn von öffentlichen Auftritten kennen, führt das Filmteam durch das „Hasso Plattner Institut für Softwaresystemtechnik“ (HPI) am Griebnitzsee, bespricht sich mit Studenten, lässt sich deren neueste Entwicklungen vorführen. Das HPI stiftete er Potsdam im Jahr 1998 und finanziert es seitdem. Kostenpunkt: mindestens 200 Millionen Euro. Es soll der höchste private Finanzbeitrag sein, der je für eine deutsche Universität geflossen ist.

Plattner, gebürtiger Berliner, der 1972 das einzige deutsche international agierende Softwareunternehmen SAP mitgründete, gilt laut dem Wirtschaftsmagazin „Forbes“ als einer der reichsten Deutschen. Sein geschätztes Vermögen: rund sieben Milliarden US-Dollar. Er ist heute Aufsichtsratschef von SAP und Weltbürger: Er pendelt zwischen den USA, Europa und Südafrika. Dort unterstützt er Projekte im Kampf gegen Aids. Wenn er in Potsdam weilt, wohnt Plattner am Griebnitzsee. Dort hat er die von Architekt Mies van der Rohe erbaute „Villa Urbig“ erworben. In dem 1915 errichteten Bau residierte während der Potsdamer Konferenz 1945 der britische Premierminister Winston Churchill.

Wenn Plattner von seinem Engagement für die Wissenschaft erzählt, wirkt er idealistisch und realistisch zugleich. Die Idee, das HPI in Potsdam zu gründen, sei ihm in den USA gekommen – dort haben Ende des 19. Jahrhunderts reiche Unternehmer Universitäten gegründet, darunter die Stanfords, aber auch die Vanderbilts oder Carnegies. „Diese Universitäten sind seit mehr als 100 Jahren der Quell der Erneuerung in den USA“, sagt er. Plattner verkörpere „ein in Deutschland bislang unbekanntes Mäzenatentum“, findet der Präsident der amerikanischen Handelskammer in Deutschland, die den Unternehmer für sein Engagement ehrte. SCH