• Bürobau in der Medienstadt ausgebremst : Investor Kretzschmar reagiert irritiert

Bürobau in der Medienstadt ausgebremst : Investor Kretzschmar reagiert irritiert

Antrag im Bauausschuss vorgestellt: Bis zum Abschluss des Werkstattverfahrens zum Libeskind-Großprojekt in Babelsberg sollen in der Nähe keine weiteren Baugenehmigungen erteilt werden. 

Jan Kretzschmar von der KW Development.
Jan Kretzschmar von der KW Development.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Die Stadtpolitik will in der Medienstadt Babelsberg einen weiteren Bürokomplex der in Potsdam vielfach aktiven KW Development GmbH zunächst ausbremsen. Im Bauausschuss stellten am Dienstagabend Stadtverordnete von Grünen, SPD und Linken einen Antrag vor, wonach bis zum Abschluss des bevorstehenden Werkstattverfahrens zum Großprojekt Media City von Stararchitekt Daniel Libeskind in der Nähe keine weiteren Baugenehmigungen erteilt werden dürfen. Im Umfeld des Vorhabens dürften keine Tatsachen geschaffen werden, erklärte die Grünen-Stadtverordnete Saskia Hüneke bei der Digitalsitzung. Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) sagte zu, diesen Willen der Politik zu berücksichtigen.

Zuletzt hatte die Bürgerinitiative, die gegen die Pläne in der Medienstadt kämpft, die Aufmerksamkeit auf das aus ihrer Sicht fragwürdige Vorhaben gelenkt. Dabei geht es um einen Bauantrag für ein Bürogebäude mit Tiefgarage, das aus Sicht der Verwaltung genehmigungsfähig ist. Der Baubeginn war für das nächste Jahr geplant, die Fertigstellung für Mitte 2024. Rund 35 Millionen Euro sollen investiert werden – und zwar fast direkt neben der geplanten Media City. Bereits im Februar war das nun gebremste Vorhaben im Bauausschuss auf starke Bedenken gestoßen.

[Was ist los in Potsdam und Brandenburg? Die Potsdamer Neuesten Nachrichten informieren Sie direkt aus der Landeshauptstadt. Mit dem Newsletter Potsdam HEUTE sind Sie besonders nah dran. Hier geht's zur kostenlosen Bestellung.]

Kretzschmar: Bürobau nicht Teil des Libeskind-Projekts

Irritiert reagierte KW Development-Chef Jan Kretzschmar auf den sich abzeichnenden Stadtverordnetenbeschluss gegen seinen Bürobau. Denn die vom Rathaus „mehrfach bestätigte Planreife“ habe ihre Grundlage in den Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung zum Bebauungsplan 119. „Die sich hieraus ableitenden Baurechte sind bestehend und bindend. Sie lassen sich nicht ,auslegen’“, sagte Kretzschmar mit Bick auf gegebene Zusagen. Der Bürobau sei nicht Teil des Projekts von Libeskind.

Kretzschmar will an der Kreuzung Großbeeren-/August-Bebel-Straße für 300 Millionen Euro einen Bürokomplex mit bis zu 5000 Arbeitsplätzen errichten. Der Entwurf von US-Architekt Libeskind sieht ein Ensemble mit mehreren halbrunden Gebäuden vor, davon ein 66 Meter hohes Hochhaus. Am Werkstattverfahren zu dem Vorhaben sollen ansässige Unternehmen, der Denkmalschutz und Anwohner beteiligt werden. Dabei soll ab dem zweiten Quartal dieses Jahres festgelegt werden, was möglich ist, gerade in punkto Höhe. 

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.