• Brandserie in Babelsberger Brache: Warum brannte es im Gashaus?

Brandserie in Babelsberger Brache : Warum brannte es im Gashaus?

Acht Mal hat es dieses Jahr in der Babelsberger Glasmeisterstraße gebrannt. Jetzt gibt es einen Verdächtigen. Das Oberlinhaus plant in der jetzigen Brache 250 günstige Wohnungen.

Auch am 30. August brannte es in der Brache in der Babelsberger Glasmeisterstraße.
Auch am 30. August brannte es in der Brache in der Babelsberger Glasmeisterstraße.Foto: privat

Potsdam - Immer wieder Brände: Regelmäßig muss die Potsdamer Feuerwehr wegen mutmaßlicher Brandstiftungen in die Babelsberger Glasmeisterstraße ausrücken, um auf dem brach liegenden Gelände des ehemaligen Gaswerks zu löschen. Laut Polizeidirektion West hat es dort allein in diesem Jahr acht Mal gebrannt, das letzte Mal am 17. Oktober. 

Auch in den Vorjahren war es hier häufiger zu Feuerwehreinsätzen gekommen. Immer wieder wurde vermutet, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde, nun gibt es erstmals einen Tatverdächtigen: „Die Ermittlungen werden gegen einen 26-jährigen Beschuldigten wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung geführt“, so Markus Nolte, Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft auf Nachfrage.

Offen ist, wie viele Brände der Tatverdächtige gelegt hat

Ob der Verdächtige für mehrere der Brände verantwortlich ist, ist unklar: „Lediglich einer dieser Taten konnte ein namentlich bekannter Tatverdächtiger zugeordnet werden“, so Heiko Schmidt, Sprecher der Polizeidirektion West. Der Mann wird beschuldigt, das Feuer am 13. Juli gelegt zu haben, dabei war es in einem der leerstehenden Gebäude zu einem Dachstuhlbrand gekommen, nachdem sich das Feuer zunächst nur auf einen Raum des Hauses beschränkt hatte.

Eine Anwohnerin hatte die Feuerwehr gerufen, die Rettungskräfte waren mit sieben Fahrzeugen im Einsatz. „Das mögliche Tatmotiv ist Gegenstand der Ermittlungen“, sagt Nolte, die Dauer des Ermittlungsverfahrens lasse sich derzeit noch nicht abschätzen.

Was das Oberlinhaus auf dem Gelände plant

Bald könnte es mit den Bränden ohnehin vorbei sein, denn das Oberlinhaus plant auf dem 18 500 Quadratmeter großen Gelände ein neues Quartier mit sozialer Infrastruktur: „Noch im November, spätestens Anfang Dezember, werden die oberirdischen Abbrucharbeiten beginnen und voraussichtlich im März abgeschlossen sein“, sagt Oberlinhaus-Sprecherin Andrea Benke. 

Es handele sich dabei jedoch ausschließlich um vorbereitende Arbeiten: „Die Neubebauung des Grundstücks kann erst nach Abschluss des Bebauungsplanverfahren begonnen werden“, so Benke. Hier befinde man sich noch in Abstimmung mit der Stadt. Derzeit wird das Areal vom mittelmärkischen Nahverkehrsunternehmen Regiobus als Betriebshof genutzt.

Günstige Wohnungen, Kindertagesstätten, vielleicht auch Hortplätze

Wie berichtet plant das Oberlinhaus rund 250 günstige und barrierefreie Wohnungen zu bauen, vor allem für Senioren und Menschen mit Behinderungen. Außerdem soll die inklusive Oberlin-Kindertagesstätte Babelsberg erweitert werden. Geprüft wird auch die Einrichtung neuer Hortplätze für die Oberlinschule. 

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Darüber hinaus sind auf dem Gelände Gebäudekomplexe für ambulante medizinische Dienste wie Arztpraxen und Rehabilitationsangebote vorgesehen. Rund 100 Millionen Euro will das Oberlinhaus gemeinsamen mit den Jenaer Investoren Lars Eberlein und Jochen Voigt in das Projekt investieren. Die Brandstiftungen tun diesen Plänen keinen Abbruch: „Da es sich ohnehin um zum Abriss vorgesehene Objekte handelt, ist kein nennenswerter Sachschaden entstanden“, sagt Benke. 

Warum es so oft brennt? Man weiß es nicht

Man habe aber keine Vermutungen dazu, warum es so häufig auf dem Gelände brenne. Um dennoch weitere Brände und Einsätze zu verhindern, hat das Oberlinhaus mittlerweile allen Müll und andere lose, leicht entflammbare Gegenstände aus allen Gebäuden entfernt, die noch gefahrlos betreten werden können. „Die Bestreifung des Gebäudes durch den Sicherheitsdienst wurde verstärkt“, sagt Benke. 

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