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Brandenburger Manufakturentag in Potsdam : Handwerkliche Produkte sind wieder angesagt

Am Wochenende bot der Brandenburger Manufakturentag regionale Qualität zum Anschauen und Kaufen.

Beatrix Altmann
Netzwerker. Necdet Yildirim ist Gebrauchsgrafiker aus Velten.
Netzwerker. Necdet Yildirim ist Gebrauchsgrafiker aus Velten.Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam - Christoph Buschbeck ist an diesem Wochenende extra von Stralsund nach Potsdam gekommen, um den Brandenburger Manufakturentag zu besuchen. Zum einen aus Nostalgiegründen, schließlich hat er Mitte der 1970er-Jahre noch persönlich bei Hedwig Bollhagen studiert und war neugierig, mit welchen Ausstellungsstücken sich die traditionelle Keramik-Manufaktur aus Marwitz heute präsentiert. Vor allen Dingen aber ist der gebürtige Brandenburger hier, um einen Blick hinter die Kulissen der Handwerksbetriebe und Manufakturen zu werfen.

Von Freitag bis Sonntag präsentierten sich 30 Manufakturen aus ganz Brandenburg im Haus der Brandenburg-Preußischen Geschichte, organisiert von der Initiative Deutsche Manufakturenstraße und dem Kulturland Brandenburg. Darunter die Potsdamer Wollmanufaktur marimeers, die sich auf Teppiche, Sitzkissen oder Körbe spezialisiert hat, und die Firma Aceteam Berlin mit Sitz im brandenburgischen Buckow. Sie hat Holzfahrräder mit Elektroantrieb entwickelt. Keramiker und Möbelhersteller waren ebenso vertreten wie Likör-, Essig- und Schokoladenproduzenten, deren Produkte die Besucher auch verkosten konnten. Ergänzt wurde die Schau um eine Präsentation der Fachhochschule Potsdam, die gemeinsam mit regionalen Manufakturen das Projekt „Haus Brandenburg“ initiiert hat.

Die Absolventen der Design-Studiengänge zeigten am Wochenende ihre Arbeiten, die in Zusammenarbeit mit Brandenburger Handwerksfirmen und internationalen Herstellern entstanden sind.

Christoph Buschbeck hat seine Kontaktdaten mit Necdet Yildirim ausgetauscht, einem Gebrauchsgrafiker aus Velten, der Portfolios in allen DIN-Größen und Farben herstellt. Buschbeck will sich zukünftig als Fotograf in Stralsund niederlassen und sucht schon seit längerer Zeit genau solche Mappen für seine Bilder. Vernetzung sei neben der Präsentation auch eines der vordergründigen Ziele des Manufakturentages, sagt Brigitte Faber-Schmidt, Geschäftsführerin vom Kulturland Brandenburg und Mitorganisatorin: „Manufakturen rücken zunehmend in den Fokus der Aufmerksamkeit, immer mehr Menschen begeistern sich wieder für hochwertige, handgemachte Dinge, die sich nicht industriell herstellen lassen. Hier haben die Besucher die Gelegenheit, die Produkte vor Ort zu betrachten, anzufassen oder sogar zu probieren. Und sie kommen mit den Akteuren direkt ins Gespräch.“ Insgesamt gäbe es 120 Manufakturen in Brandenburg.

Der Brandenburger Manufakturentag, der in diesem Jahr in die zweite Runde ging, ist aus einer bundesweiten Netzwerk-Initiative entstanden, der Deutschen Manufakturenstraße, die 2014 ins Leben gerufen wurde. Sie verbindet auf einer 2500 Kilometer langen Erlebnisstraße 700 Manufakturen in ganz Deutschland, auch in Brandenburg, und bietet die Möglichkeit, anhand von geführten Reisen hinter die Kulissen der Betriebe zu schauen. Der Manufakturentag in Potsdam ist Teil dieses Projektes und soll im nächsten Herbst fortgeführt werden.