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Bornstedter Feld : Verkleinerung des Volkspark so gut wie sicher

Seit Jahren wird über eine Verkleinerung des Volksparks zu Gunsten von Wohnungen gestritten. Jetzt scheint ein Kompromiss gefunden, den sogar Kritiker als einen "Schritt nach vorn" bezeichnen.

Der Volkspark in Potsdam ist zur Buga 2001 entstanden - und mit ihm die Biosphäre.
Der Volkspark in Potsdam ist zur Buga 2001 entstanden - und mit ihm die Biosphäre.Foto: Sebastian Gabsch PNN

Potsdam - Der Kompromiss zur Verkleinerung des Volksparks steht. Allerdings gibt es einen neuen Kompromiss, was auf dem jetzigen Parkareal neben der Georg-Hermann-Allee nun errichtet werden soll. Demnach sollen zwischen der Mini-Golfanlage und dem Biosphärenparkplatz Studenten- und Sozialwohnungen sowie eine bislang nicht vorgesehen Kita und ein Jugendklub entstehen. Diesem vor allem von SPD und CDU/ANW vorangetriebenen Vorschlag hat der Bauausschuss am Dienstagabend ohne Gegenstimmen zugestimmt. So votierte am Mittwoch auch der Hauptausschuss. Damit kann auch als sicher gelten, dass das Stadtparlament am kommenden Mittwoch dem Maßnahmenplan zustimmt.

In der Sitzung im Bauausschuss lobte SPD-Fraktionschef Pete Heuer, mit dem Kompromiss habe man „das Machbare herausgeholt“. Selbst André Tomczak, dessen Fraktion Die Andere im vergangenen Jahr eine von mehr als 4000 Potsdamern unterzeichnete Internetpetition für den vollständigen Erhalt des Volksparks maßgeblich unterstützt hatte, sprach von einem „Schritt nach vorn“ – obwohl man immer noch die Notwendigkeit sehe, den Park nicht so stark zu verkleinern.

Doch das will die Mehrheit der Stadtpolitik nicht, zumal der Verzicht nach Berechnungen der Pro Potsdam rund 20 Millionen Euro kosten würde. Allerdings setzten sich SPD und CDU/ANW mit ihrer Forderung durch, dass nicht gerade hochpreisige Wohnungen direkt an den Parkrand gebaut werden sollen – auch um Lärmkonflikte mit den Nutzern der beliebten Freizeitanlage zu vermeiden. Konkret sollen nun auf Höhe der Golfanlage zwei Kitas mit jeweils mehr als hundert Plätzen entstehen – einmal an der Hermann-Mattern-Promenade und an der Georg-Hermann-Allee. Ein dort zunächst geplanter Bürgertreff wird verschoben. Diese im Bornstedter Feld vielfach geforderte Einrichtung soll nun mit einer weiteren Kita in der David-Gilly-Straße unterkommen - auf jenem Areal, auf dem noch bis spätestens nächstes Jahr ein dann vermutlich nicht mehr benötigtes Flüchtlingsheim steht. Ferner sollen so auch Dusch- und Umkleidemöglichkeiten für den angrenzenden Sportplatz geschaffen werden.

Eine Kita und ein Jugendklub

Neu ist auch, dass nun neben Baufeld des neuen Betriebshofs für den Volkspark eine Kita und ein Jugendklub ihren Platz finden können. Dazu soll eine Umsetzungsstudie erarbeitet werden. Die beiden Einrichtungen sollten ursprünglich neben der Leonardo-Da-Vinci-Gesamtschule errichtet werden - an dem nun freien Platz dort soll staatlich geförderter Wohnungsbau mit entsprechendem Sozialwohnungsanteil entstehen. Neben dem Volkspark-Betriebshof seien ferner Wohnungen für Studenten vorzusehen, heißt es in dem Kompromisspapier weiter. Ohnehin sollen die Hälfte alle Wohnungen, die noch direkt am Park entstehen, sozialgebunden sein und nur über sogenannte Konzeptausschreibungen an Investoren gegeben werden, wie es hieß – um sie möglichst parkkonform zu bauen. Heuer sagte den PNN, mit dem Kompromiss könnten weiter 330 Wohnungen auf mehr als 33.000 Quadratmetern entstehen – die Entscheidung sehe einen reinen Flächentausch ohne Verluste an Wohnfläche vor. Das bestätigte auch ein Sprecher des Entwicklungsträgers für das Bornstedter Feld, eine Tochter der kommunalen Bauholding Pro Potsdam. Jedoch rechne man wegen der Konzeptvergaben mit Mindereinnahmen von bis zu drei Millionen Euro. Daher bewege sich die Lösung „an der Grenze unserer finanziellen Möglichkeiten“, so der Sprecher.

Unklarheit über Kiezbad

Das von SPD und CDU/ANW favorisierte zusätzliche Kiezbad für den Potsdamer Norden könnte laut dem Kompromiss nun auch in Krampnitz entstehen – allerdings bleibt dafür auch ein Areal südwestlich der Biosphäre im Gespräch.

Über die Zukunft des Parks wird seit 2015 gestritten. Doch schon da hatte sich die SPD-geführte Stadtspitze quer gestellt und auf die Historie des 2001 eröffneten Areals verwiesen. Die Verkleinerung habe schon damals festgestanden: Der Park fiel nur größer aus, weil man für viele Flächen im damals noch nicht derart boomenden Bornstedter Feld keine andere Verwendung hatte. Es geht um rund vier von bisher 67 Hektar Parkfläche, aber im sensiblen mittleren Teil. Nutzer fürchten, dass der Park an dieser Stelle sehr eng wird. Baubeginn könnte nach dieser Freiluftsaison sein, so die Pro Potsdam.

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