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Bornstedter Feld in Potsdam : Sperrung nach Chemikalienfund aufgehoben

An der Esplanade sind Glasampullen mit Chemikalien aus dem Ersten Weltkrieg gefunden worden. Drei Schulen wurden evakuiert. Der Gefahrguteinsatz wurde am Abend beendet. Die Schule findet Dienstag regulär statt

Die Fundstelle. Unweit der Da-Vinci-Schule wurden Chemikalien aus dem Ersten Weltkrieg im Boden gefunden.
Die Fundstelle. Unweit der Da-Vinci-Schule wurden Chemikalien aus dem Ersten Weltkrieg im Boden gefunden.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Bei dem im Bornstedter Feld gefundenen Glasampullen handelt es sich um ein Relikt aus dem Ersten Weltkrieg: In den Ampullen habe sich ein Rachenreizstoff befunden, mit dem die Gasmasken der Soldaten seinerzeit auf ihre Dichtigkeit geprüft wurden, sagte Potsdams Feuerwehrchef Ralf Krawinkel den PNN am Montagnachmittag nach der Untersuchung vor Ort. Man vermute, dass der Fund mit der früheren Nutzung des Areals als Kasernenstandort zusammenhänge. Der Einsatz rund um den Fundort an der Georg-Hermann-Allee wurde gegen 18.15 Uhr beendet, die Sperrungen aufgehoben.

Mit dem Gift wurden seinerzeit Gasmasken der Soldaten getestet

Wie berichtet waren am Nachmittag drei Schulen, die Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule, die Schule am Schloss sowie die Grundschule Bornstedter Feld II Rote Kaserne Ost evakuiert worden. Dabei habe es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme gehandelt, betonte Krawinkel: "Es hat zu keiner Zeit eine akute Gefährdung bestanden." Es handele sich um kleine Ampullen mit geringen Mengen. Die Ampullen sind vom Kampfmittelbeseitigungsdienst "gesichert, verpackt und zur genaueren Analyse abtransportiert" worden, sagte Stadtsprecherin Christine Homann den PNN am Abend. Die Schule in den drei betroffenen Schulen finde am Dienstag wieder regulär statt.

Zwei Bauarbeiter klagten über Reizungen der Atemwege

Wie berichtet sind die Glasampullen bei Bauarbeiten mit dem Bagger in einer Tiefe von zwei Metern im Boden gefunden worden. Laut Krawinkel wurden zwei Bauarbeiter leicht verletzt. Sie klagten über Reizungen der Atemwege, konnten aber vor Ort ambulant behandelt werden. Die Baufirma hatte die Fundstelle zunächst wieder verschlossen und die Feuerwehr alarmiert. Das Verdacht des Funds einer Weltkriegsbombe hatte sich nicht bestätigt.

Insgesamt 45 Einsatzkräfte der Feuerwehr sind gemeinsam mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst vor Ort. Die Mitarbeiter trugen dabei Schutzanzüge, weil unklar war, um welche Chemikalie es sich handelt. Die Prüfung der Substanz vor Ort begann laut Stadt gegen 17.10 Uhr.

Feuerwehr und Kampfmittelbeseitigungsdienst sind vor Ort

Die Evakuierung der Grundschule Bornstedter Feld II Rote Kaserne Ost, der Da-Vinci-Gesamtschule und der Schule am Schloss war am Nachmittag abgeschlossen worden. Die Grundschüler sind die Biosphäre gebracht oder abgeholt worden.

Die Einsatzkräfte im Bornstedter Feld trugen Spezialanzüge.
Die Einsatzkräfte im Bornstedter Feld trugen Spezialanzüge.Foto: Katharina Wiechers

Insgesamt sind an den drei Schulen mehr als 700 Schülerinnen und Schüler und gut 100 Lehrerinnen und Lehrer betroffen. Zuvor durften Schüler und Lehrer zeitweise die Schulgebäude nicht verlassen. Zunächst war man vom Fund einer Weltkriegsbombe an der Georg-Herrmann-Allee Ecke Esplanade ausgegangen. Das sagte eine Sprecherin der Stadtverwaltung um 14.45 Uhr den PNN. Feuerwehr und Kampfmittelbeseitigungsdienst waren vor Ort und prüften den Verdacht und die Lage. Der Tramverkehr auf der Linie 96 ist zwischen Campus Fachhochschule und Campus Jungfernsee eingestellt. Die Busse der Linien 609 und 638 fahren von und bis Campus Fachhochschule, dort könne in die Tram umgestiegen werden, wie ein Sprecher der Verkehrsbetriebe sagte.

Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) machte sich vor Ort ein Bild der Lage.

Verdacht auf Blindgänger bestätigte sich nicht

Der Verdacht, es habe sich um einen möglichen Blindgänger mit chemischem Zünder gehandelt, bestätigte sich nicht. 

Evakuierung der Da-Vinci-Gesamtschule und der Schule am Schloss an der Biosphäre im Bornstedter Feld.
Evakuierung der Da-Vinci-Gesamtschule und der Schule am Schloss an der Biosphäre im Bornstedter Feld.Foto: Katharina Wiechers

Gegen 15 Uhr begannen Ordnungsamt und Schulleitung, Schüler in kleinen Gruppen aus dem Schulgebäude zu lassen. Zuerst durften die hinaus, die in der Nähe wohnen und allein nach Hause dürfen, berichtete die PNN-Reporterin vor Ort. Von der Grundschule Bornstedter Feld II, die direkt an der Georg-Herrmann-Allee liegt, werden die Kinder derzeit abgeholt. Schülerinnen und Schüler, die nicht abgeholt werden, befinden sich nach Angaben der Schulleitung  in der Biosphäre auf der anderen Straßenseite. Fahrräder mussten an den Schulen verbleiben, die Kinder durften nur zu Fuß nach Hause gehen.

Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) informierte sich am Nachmittag vor Ort an der Biosphäre.
Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) informierte sich am Nachmittag vor Ort an der Biosphäre.Foto: Katharina Wiechers

Zuvor hatte sich eine Mutter bei den PNN gemeldet und gesagt, Schüler berichteten, es sei eine "Giftbombe" aus dem Krieg in der Nähe der Straße Esplanade gefunden worden. Nach Angaben von Oberbürgermeister Schubert ist der Fund bei Bauarbeiten gemacht worden. Die Baustelle befindet sich links neben der Container-Grundschule. 

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