• Bornstedter Feld: Café im Volkspark öffnet wieder: Der Neue und sein Café

Bornstedter Feld: Café im Volkspark öffnet wieder : Der Neue und sein Café

Nach mehrmonatiger Schließung öffnet heute das einzige Café im Bornstedter Feld wieder – am Wasserspielplatz im Volkspark. Der neue Betreiber hat einiges verändert.

Ab 23. März soll das Café am Wasserspielplatz im Volkspark wieder öffnen. Der neue Betreiber will seine Räume auch Vereinen, Anwohnerinitiativen und Privatleuten für Veranstaltungen und Feiern anbieten.Alle Bilder anzeigen
Fotos: Andreas Klaer
23.03.2016 20:40Ab 23. März soll das Café am Wasserspielplatz im Volkspark wieder öffnen. Der neue Betreiber will seine Räume auch Vereinen,...

Potsdam - Marc Wilke kennt das: Während sich die Kinder am Wasserspielplatz vergnügen, stehen sich die Eltern die Beine in den Bauch und wünschen sich vor allem eines: eine schöne Tasse Kaffee. Doch seit der Betreiber des „Café im Park“ die Gastronomie aufgegeben hat, sitzen die Eltern auf dem Trockenen – und die Kinder müssen ohne Eis auskommen. Also entschied sich Wilke, der seit Jahren in unmittelbarer Nähe wohnt und selbst Vater zweier Kinder ist, das „Café im Park“ selbst zu übernehmen. Am heutigen Donnerstag eröffnet er es als „Haus im Park“ wieder.

Im Bornstedter Feld gibt es sonst kein richtiges Café

Den Tresen und die Küche hat Wilke übernommen, aber sonst hat er das Café komplett neu eingerichtet. Weniger Kiosk soll es sein, stattdessen mehr ein Ort zum Verweilen – für Eltern mit ihren Kindern, aber auch für ältere Besucher, die sich zum Beispiel nach einem Spaziergang im Park ein Stück Kuchen gönnen möchten. Bedarf dafür gibt es in der Gegend durchaus: Nicht ein einziges richtiges Café existiert bislang im Bornstedter Feld, berichten Anwohner – nur Bäcker Exner habe in seinem Verkaufsraum ein paar Stühle aufgestellt.

Schlichte Holztische und schicke, lederbezogene Stühle hat Wilke nun besorgt und auch bislang ungenutzte Ecken des Café-Gebäudes mit Sitzgelegenheiten ausgestattet. 21 Plätze hat er so geschaffen, plus noch einmal 24 im oberen Cafébereich. Dort soll auch eine Spielecke entstehen – ein kleiner Tisch und Stühle sind schon da, folgen sollen noch ein Teppich und ein Sofa. Unbeobachtet sollten Kinder dort allerdings nicht spielen: Weder die Treppe noch die Brüstung sind gesichert. Weitere Tische und Stühle stehen draußen mit Blick auf den beliebten Wasserspielplatz, bei den ersten Sonnenstrahlen kommen dann noch ein paar Rattansessel dazu. Fast 100 Plätze kommen so insgesamt zusammen.

Die meisten Anwohner haben sowieso eine Dauerkarte

Ganz am äußersten nordwestlichen Zipfel des Volksparks befinden sich Café und Spielplatz, etwa auf Höhe der Erich-Mendelsohn-Allee 70. Weil es auf dem Volkspark-Gelände ist, müssen die Besucher des Cafés offiziell Parkeintritt zahlen. Doch laut Wilke haben ohnehin die meisten Anwohner und damit seine potenziellen Kunden eine Dauerkarte.

Entstanden ist das moderne Gebäude mit der ungewöhnlichen Holzkonstruktion genauso wie der Volkspark zur Bundesgartenschau 2001. Seitdem hatte es Lutz Lehmann gepachtet, doch er schmiss letztes Jahr das Handtuch und betreibt seitdem ein Café in Golm. Er litt darunter, dass im Sommer der Laden zwar brummte, im Winter jedoch kaum etwas los war. Er hatte Pläne, wollte zum Beispiel den Tresen vergrößern, um die Schlangen im Sommer zu verkürzen. Doch er wurde sich mit dem Volkspark nicht einig und gab schließlich auf.

Wilke wohnt nur zwei Straßen weiter

Wilke kennt die Probleme seines Vorgängers, er selbst stöhnte als Spielplatzbesucher einst über die langen Schlangen. Der Gastronom – Wilke betreibt zwei Eisdielen im A10-Center Wildau und im Steglitz Boulevard – weiß, wie abhängig das Geschäft vom Wetter ist. „Wenn die Sonne rauskommt, ist es hier innerhalb von 20 Minuten voll“, sagt er. Er setzt deshalb auf flexible Mitarbeiter, die in der Nähe wohnen und bei schönem Wetter schnell einspringen können. Selbst wohnt er auch nur zwei Straßen weiter. „Ich brauche zu Fuß nicht mal fünf Minuten.“

Außerdem will er Kunden durch geregelte Öffnungszeiten wiedergewinnen. Manche seien in den vergangenen Jahren gar nicht mehr gekommen, weil sie nie wussten, ob das Café offen habe oder nicht. Wilke will verlässlich sein: Sonntag bis Donnerstag hat das „Haus im Park“ nun von 10 bis 20 Uhr geöffnet, Freitag und Samstag bis 22 Uhr.

Kuchenduft strömt durch das Café

Angeboten werden verschiedene Kaffeesorten, Wilke ist eine Kooperation mit den Espressionisten aus der Potsdamer Innenstadt eingegangen. Von ihnen stammt die Kaffeemaschine, sie liefern auch die Bohnen. Kuchen wird von einer eigenen Mitarbeiterin gebacken – im Laden selbst, wie unschwer am Duft zu erkennen ist. Die Preise seien fair – für beide Seiten, findet Wilke. Eine Tasse Kaffee kostet 2 Euro, der Cappuccino 2,50 Euro. Der Preis für Kuchen wird zwischen 1,80 und 3,50 Euro liegen. Auch belegte Baguettes und Brötchen will Wilke anbieten, ebenso Suppen und – natürlich – Eis am Stiel.

Eines Tages werde das „Haus im Park“ womöglich auch zum Restaurant, sagt Wilke. Doch auf die Schnelle hat er das vor Saisonstart nicht mehr hingekriegt, so ganz ohne Probebetrieb. Und einen Koch zu finden sei auch nicht einfach, weiß Wilke.

Trödelmarkt für Kindersachen am 10. April

Eines will Wilke auf jeden Fall von seinem Vorgänger übernehmen: Den erfolgreichen Trödelmarkt für Kindersachen, der in der Vergangenheit mehrere Tausend Menschen anlockte. Für den ersten Markt am 10. April sind schon alle Plätze ausgebucht. Doch die nächsten Termine stehen schon fest: am 8. Mai soll der zweite Markt stattfinden. Wie immer am Wasserspielplatz. Nur mit neuem Café.

 

 

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