Potsdam : Boom im Bornstedter Feld

Entwicklungsträger: Bald 5000. Einwohner / Investitionen überschreiten Eine-Milliarde-Euro-Grenze

Guido Berg

Bornstedter Feld - „Die Konjunktur ist zurück“, frohlockt Erich Jesse. Der Geschäftsführer des Entwicklungsträgers Bornstedter Feld vermeldet Erfolge. So werde das Bornstedter Feld in diesem Jahr den 5000. Bewohner begrüßen, erklärte Jesse gestern vor Journalisten und im Beisein von Horst Müller-Zinsius, dem Geschäftsführer des Unternehmenskonglomerats Pro Potsdam, zu dem auch die Bornstedter Feld GmbH gehört. 1997 seien es noch lediglich acht Einwohner gewesen, die auf dem 300 Hektar großen Planungsareal des Entwicklungsträgers wohnten. Mitte dieses Jahres werde im Bornstedter Feld zudem die Investitionsschwelle von einer Milliarde Euro überschritten.

150 Millionen Euro habe das städtische Unternehmen aus seinen Grundstückserlösen bislang für Altlastensanierungen, Erschließungsarbeiten und der Schaffung sozialer Infrastruktur ausgegeben. Damit sei das Sechseinhalbfache an privaten und öffentlichen Investitionen im Bornstedter Feld ausgelöst worden. Jesse zählt auf: Volkspark, Biosphäre, neue Fachhochschule, Potsdam Centrum für Technologie (pct), Technologiezentrum PanMedium, Schulen und Kitas, die Wohnbau-Investitionen „Parc du Bois“, Ruinenberg-Kaserne bis hin zu den Doppel- und Reihenhäusern der südlichen und den Einfamilienhäusern der nördlichen Gartenstadt.

Das „Sorgenkind“ Bornstedter Feld sei bald in trockenen Tüchern, so Jesse weiter. Bis 2015 soll das Projekt abgeschlossen und dann 230 Millionen Euro durch die Bornstedter Feld GmbH an Grundstücksverkäufen realisiert worden sein. Zu den jüngsten Abschlüssen des Entwicklungsträgers zählt nach eigenen Angaben der Verkauf von Grundstücken im Quartier Pappelallee an die Firma Semmelhaack, die Mehrfamilienhäuser mit 130 Wohnungen bauen will. Der Bau soll noch in diesem Jahr beginnen. In diesem Quartier werde zudem Pro Potsdam 96 Wohnungen in einem Neubau an der Johannes-Lepsius-Straße errichten. Ferner wolle Pro Potsdam an der Pappelallee seinen neuen Firmensitz errichten. Im Quartier Kirschallee konnte zudem die Sanierung der Häuser aus den 1930er Jahren abgeschlossen werden. Flächenveräußerungen tätigte der Entwicklungsträger auch in der südlichen Gartenstadt zur Errichtung von Doppel- und Reihenhäusern – so an die Firmen NCC, Hanseatische Immobilien Treuhand und zuletzt an die Design Bau AG. In der nördlichen Gartenstadt seien in diesem Jahr bereits mehr Grundstücke für den Eigenheimbau veräußert worden als im gesamten Vorjahrs – trotz Wegfalls der Eigenheim-Zulage.

Auf grün steht die Ampel auch für die Roten Kasernen: Die Kleiderkammer wird derzeit vom Investor Terraplan zum „Chateau Palmeraie“ (Schloss Palmenhain) umgebaut. 27 Wohnungen entstehen in dem Bau von 1882, die laut Terraplan-Chef Erik Rossnagel bereits an Anleger und Eigennutzer für 2900 Euro je Quadratmeter veräußert wurden. Zwei Dinge zeichnen das bis April 2008 umgebaute Haus dann aus: Ein vom Boden bis zum Dach gehender Palmen-Lichthof im Innern und eine restaurierte Sandstein- Skulptur auf dem Dach, die das Signet Friedrichs des Großen trägt. Guido Berg