• Bombensprengung in Potsdam: Sieben Störer müssen mit Bußgeldern rechnen

Bombensprengung in Potsdam : Sieben Störer müssen mit Bußgeldern rechnen

Weil sie die Bombensprengung in Potsdam verzögert haben, müssen sieben Störer mit Bußgeldern rechnen.

Foto: dpa

Potsdam - Insgesamt sieben Störer haben die Bombensprengung am vergangenen Freitag verzögert. Ihre Personalien hat das Ordnungsamt aufgenommen. Das teilte die Stadt Potsdam nun auf PNN-Anfrage mit. Hinzu kommt laut Polizeiangaben noch eine weitere Person, gegen die eine Anzeige wegen Beleidigung aufgenommen wurde.

Derzeit werde laut Stadtsprecherin Christine Homann noch geprüft, wie hoch das mögliche Bußgeld für die Störer ausfallen könnte. Bis zu 5000 Euro sind möglich. „Geprüft werden dabei Aspekte wie Vorsätzlichkeit und Fahrlässigkeit“, so die Stadtsprecherin. Grundlage ist die Kampfmittelverordnung des Landes Brandenburg. Bereits im Vorfeld der zunächst geplanten Entschärfung der 250-Kilo- Fliegerbombe, die auf dem Gelände des alten Tram-Depots an der Heinrich-Mann-Allee gefunden wurde, hatte die Stadt mögliche Störer gewarnt, den Sperrkreis zu durchbrechen.

Nach der Entschärfung einer Fliegerbombe im November hat die Stadt Bußgelder gegen fünf Störer verhängt

Nach der Entschärfung einer Fliegerbombe im November vergangenen Jahres wurden gegen fünf Störer Bußgelder über 500 Euro verhängt. Bußgelder werden dann verhängt, wenn Störer vorsätzlich handeln und damit nicht nur sich selbst, sondern auch die Arbeit des Sprengmeisters gefährden und verzögern. Die letzte Entschärfung vor gut einem Monat verlief ohne Zwischenfälle. Dabei war eine britische Fliegerbombe auf einem Areal neben dem Hauptbahnhof gefunden worden. Rund 10 000 Potsdamer mussten den 800-Meter-Sperrkreis verlassen.

Am Freitag mussten rund 3000 Potsdamer ihre Häuser und Wohnungen verlassen, viele taten dies allerdings erst nach Aufforderung durch die Evakuierungstrupps. Im Laufe des Tages gab es einige hitzige Diskussionen am Rand des 800 Meter großen Sperrkreises. Eine Mitarbeiterin der Stadt gab die Anzeige wegen Beleidigung auf, weil ein Störer sie erst verbal angegriffen hatte und dann in den Sperrkreis stürmte. Auch eine Radfahrerin war in den Sperrkreis eingedrungen, eine Frau wurde kurz vor der Sprengung aus ihrer Wohnung geholt, außerdem war eine Personengruppe in den Kreis eingedrungen (PNN berichteten).

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

Autor