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Blindgänger in Potsdam : Die fünf Bomben sind entschärft

Sprengmeister Mike Schwitzke und sein Team haben am Mittwoch erfolgreich fünf 250-Kilo-Weltkriegsbomben nahe der Michendorfer Chaussee in Potsdam entschärft.

Mike Schwitzke und die Bomben.
Mike Schwitzke und die Bomben.Foto: Julian Stähle/dpa

Potsdam - Alle fünf in Potsdam gefundenen Blindgänger sind nach rund acht Stunden entschärft. Um 15:45 Uhr meldete Mike Schwitzke, vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Brandenburg, dass er und sein Team auch die letzten beiden Blindgänger im Wald östlich der Michendorfer Chausse erfolgreich unschädlich gemacht haben. Insgesamt fünf 250-Kilo-Bomben sind damit am Mittwoch in Potsdam entschärft worden. Alles sei nach Plan verlaufen, sagte Mike Schwitzke nach der Entschärfung.

Sprengmeister Mike Schwitzke.
Sprengmeister Mike Schwitzke.Foto: Julian Stähle/dpa

Die zweite Entschärfung begann gegen 13.45 Uhr, um 12.35 hatten Mike Schwitzke und sein Team die ersten drei Zünder kontrolliert gesprengt.

Rund 800 Anwohner mussten am Morgen für die Errichtung eines ersten Sperrkreises ihre Wohnungen verlassen. Sie konnten nach der ersten Entschärfung wieder in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren. Für die zweite, darauf folgende Entschärfung mussten lediglich Waldwege gesperrt werden.

Beginn der ersten Entschärfung war etwa 9.47 Uhr - seitdem bestand der erste Sperrkreis. Die Evakuierung hat reibungslos geklappt. Vereinzelt seien noch Menschen im Sperrkreis angetroffen worden, wie Stadtsprecherin Christine Homann meldet. Diese hätten den Bereich aber zügig verlassen.

Sprengmeister Mike Schwitzke und sein Team.
Sprengmeister Mike Schwitzke und sein Team.Foto: Julian Stähle/dpa

Danach konnte mit der Entschärfung der ersten drei von insgesamt fünf Weltkriegsbomben nahe der Michendorfer Chaussee in Potsdam begonnen werden. Sprengmeister Mike Schwitzke und das Team des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Brandenburg machten die Bomben unschädlich. Schwitzke hatte bei seiner Arbeit am Mittwoch zwei Auszubildende dabei, die dem Sprengmeister bei der Entschärfung geholfen haben.

Die Sperrkreise für die Bombenentschärfungen am 18. September.
Die Sperrkreise für die Bombenentschärfungen am 18. September.Grafik/Screenshot: Stadt Potsdam

Am Montag sind die fünf 250 Kilogramm schweren Bomben bei einer Kampfmittelsuche entdeckt worden. Sie sind US-amerikanischer Herkunft und stammen aus dem Zweiten Weltkrieg. Laut Angaben der Stadt waren die Zünder der Blindgänger in gutem Zustand.

Vermutlich wurde die Bomben beim großen Fliegerangriff am 14. April 1945 abgeworfen. Er wurde zwar durch britische Luftverbände durchgeführt, aber das ist kein Widerspruch. Wie Sprengmeister Mike Schwitzke bei vorherigen Blindgängern erzählte, haben die Alliierten sich auch untereinander mit Bomben ausgeholfen.

Insgesamt sind die fünf jetzt gefundenen Fliegerbomben die Weltkriegssprengkörper 197, 198, 199, 200 und 201 seit 1990 in der Landeshauptstadt. In dieser Statistik werden Fliegerbomben ab 100 Kilogramm erfasst.

800 Menschen um die Templiner Straße mussten ihre Wohnungen verlassen

Für die drei Bomben im Wald zwischen Michendorfer Chaussee und Templiner Straße ist ab 8.15 Uhr ein Sperrkreis von etwa 800 Metern eingerichtet worden. Rund 800 Menschen mussten deshalb ihre Häuser verlassen. Sie leben unter anderem in der Templiner Straße, der Leiterstraße, der Ulrich-von-Hutten-Straße, der Paetowstraße sowie der Straßen Luisenhof und Am Tornow. Im inzwischen wieder offenen Sperrgebiet befindet sich auch eine Wohnstätte für Menschen mit Behinderungen in der Leiterstraße. Nach der Schließung des Sperrkreises war auch die Straße Am Tornow gesperrt. Die Insel Hermannswerder konnte nur noch zu Fuß oder mit dem Fahrrad über die Fähre zum Kiewitt in Potsdam-West erreicht werden.

Foto: Julian Stähle/dpa

Verkehrseinschränkungen gab es auch in der Templiner Straße. Sie wurde ab 8.15 Uhr zwischen Waldbad Templin und Templiner Eck gesperrt. Stadtauswärts mussten Autos und Radfahrer vom Brauhausberg kommend über die B2 in Richtung Michendorf nach Caputh fahren. Stadteinwärts wurde der Verkehr aus Caputh kommend am Abzweig nach Michendorf über die B2 (Michendorfer Chaussee) nach Potsdam geleitet.

Anwohner harrten in der Preußenschänke aus

Von den Sperrungen betroffen waren auch die beiden Buslinien 694 nach Küsselstraße/Hermannswerder und 607 nach Werder (Havel) über Caputh. Während der Entschärfung der ersten Bomben war der Verkehr auf den Linien komplett unterbrochen.

Insgesamt 278 Helfer der Stadtverwaltung, des Ordnungs- und Gesundheitsamtes, der beruflichen und freiwilligen Feuerwehr und der Polizei waren heute im Einsatz.

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Wir updaten diesen Text fortlaufend.


Alle aktuellen Infos zur Entschärfung erhalten Sie auf www.pnn.de. Informationen rund um die Entschärfung und den Sperrkreis erteilen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landeshauptstadt ab Montag unter der Telefonnummer (0331) 289 1677 oder unter der (0331) 289 1642.