• Potsdam: Alle Informationen zur Bombenentschärfung am Donnerstag 21 Janaur 2019

Blindgänger in Potsdam : Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Bombenentschärfung

In Potsdam wird am Donnerstag eine Fliegerbombe entschärft. In der Innenstadt wird es wegen des Bombenfunds umfangreiche Sperrungen geben. Die PNN geben einen Überblick zu den wichtigsten Fragen rund um den gefundenen Blindgänger.

Am Montag wurde eine Weltkriegsbombe nahe des Leipziger Dreiecks gefunden. Am Donnerstag, 17. Januar 2019, wird sie entschärft.
Am Montag wurde eine Weltkriegsbombe nahe des Leipziger Dreiecks gefunden. Am Donnerstag, 17. Januar 2019, wird sie entschärft.Foto: KMBD

Potsdam - Am Donnerstag wird in Potsdam ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Wieder werden tausende Menschen ihre Wohnungen verlassen müssen. Wieder wird es zu erheblichen Verkehrseinschränkungen kommen. Hier die wichtigsten Informationen auf einen Blick.

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Wo wurde die Bombe gefunden?

Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg wurde am Montag auf dem der Baustelle in der Nördlichen Speicherstadt gefunden.

Wer hat die Bombe abgeworfen?

Die gefundene Bombe ist nach Angaben der Stadt Potsdam eine amerikanische Fliegerbombe. Bekanntlich wurde der große Fliegerangriff am 14. April 1945 durch britische Luftverbände durchgeführt, aber das ist kein Widerspruch. Wie Sprengmeister Mike Schwitzke bei vorherigen Blindgängern erzählte, haben die Alliierten sich auch untereinander mit Bomben ausgeholfen.

Der wie vielte Blindgänger ist das in Potsdam?

Bei der in der am Montag gefundenen Bombe handelt es sich um Blindgänger Nummer 194 – seit dem Jahr 1990. Die Stadt Potsdam führt seit jenem Jahr eine Statistik, in der Blindgänger ab 50 Kilogramm erfasst werden.

Wann wird die Bombe entschärft?

Die Fliegerbombe soll am Donnerstagvormittag unschädlich gemacht werden. Geplant ist, dass Mike Schwitzke, Sprengmeister vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg (KMBD), nach Einrichtung des Sperrkreises mit der Arbeit beginnt.

Wann muss ich den Sperrkreis verlassen?

Der Sperrkreis muss bis 8 Uhr am Donnerstagmorgen geräumt sein. Und das sollte man auch tun. Denn bei Zuwiderhandlungen droht ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro. Wegen Verzögerungen durch Passanten oder Anwohner in der Vergangenheit hatte die Stadt sich zuletzt entschlossen, jede Störung bei der Evakuierung und Entschärfung anzuzeigen oder selbst Bußgeldverfahren einzuleiten. „Die Störer gefährden nicht nur sich selbst, sondern auch die Arbeit des Sprengmeisters“, hatte ein Stadtsprecher im September gesagt.

Wie viele Menschen sind von dem Sperrkreis betroffen?

Die Stadt Potsdam schätzt, dass etwa 5900 Menschen von den Maßnahmen am Donnerstag betroffen sind. Zudem müssen zahlreiche Einrichtungen evakuiert werden: zahlreiche Museen (u.a. Barberini, Filmmuseum, Stadtmuseum, HBPG), der Landtag, Landes-Ministerien sowie das Bildungsforum mit der Volkshochschule und der Bibliothek. Diese Institutionen bleiben bis zum Ende des Einsatzes geschlossen.

Ebenfalls innerhalb des Sperrkreises liegen die Wohnhäuser in der Speicherstadt, die Staatskanzlei Brandenburg, der Landtag sowie mehrere Ministerien, der Hauptbahnhof, die Polizeidirektion, zwei Pflegeheime, eine Einrichtung des betreuten Wohnens, die Comenius-Schule, das Sport- und Freizeitbad „blu“, das Hotel Mercure, das Rechenzentrum, der Neue Markt, der Alte Markt, die Freundschaftsinsel, das Extavium, und die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB).

Wer hilft mit beim Verlassen der Wohnung?

Personen, die nicht selbstständig den Sperrkreis verlassen können, melden sich bei der Potsdamer Feuerwehr unter (0331) 370 1216.

Wo genau verläuft der Sperrkreis?

Die Stadt Potsdam weist darauf hin, dass der Sperrbereich durch die Dortustraße, Yorckstraße, Am Kanal, Burgstraße, die Nuthe, Humboldtring, Friedhofsgasse, Wirtschaftswege rund um den Brauhausberg sowie in der Templiner Vorstadt die Templiner Straße, Leipziger Straße und den Stichweg zum Havelufer begrenzt wird.

Im Sperrgebiet befinden sich unter anderem die Das Potsdam-Museum, das Filmmuseum, das Kunstmuseum Barberini und das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte sowie die Volkshochschule und die Stadt- und Landesbibliothek im Bildungsforum müssen ab 8 Uhr bis zum Ende der Sperrungen geschlossen bleiben. Während der Sperrung steht das soziokulturelle Zentrum Freiland in der Friedrich-Engels-Straße als Aufenthaltsort für Betroffene zur Verfügung.

Welche Straßen werden gesperrt?

Insbesondere für Autofahrer, die aus dem Süden oder dem Westen kommen, wird es umständlich, die Innenstadt zu erreichen bzw. passieren. Aus Richtung Süden müssen Autofahrer eine Umleitung über Saarmund und Bergholz-Rehbrücke nach Potsdam in Kauf nehmen. Die Heinrich-Mann-Allee ist ab Horstweg gesperrt, die Umleitung führt über Horstweg und Nuthestraße. Aus Richtung West führt die Umleitung über die Breite Straße, Dortustraße, Yorckstraße und Straße Am Kanal zur Humboldtbrücke. Die Stadt Potsdam bittet alle Autofahrer, den Bereich weiträumig zu umfahren.

Fallen auch Straßenbahnen und Busse aus?

Die Straßenbahnlinien 91, 92, 93, 96 und 98 sind betroffen. Der Platz der Einheit wird in Richtung Süden ab 8 Uhr zum letzten Ausstieg vor der Friedhofsgasse. Die Straßenbahnen fahren dann ohne Halt zwischen Platz der Einheit und Friedhofsgasse durch. Sobald der Sperrkreis abgesichert ist und der Sprengmeister mit der Entschärfung beginnt, wird der Verkehr auf den Tramlinien komplett unterbrochen. Alle Busse starten und enden ab 8 Uhr am Platz der Einheit in Richtung Nord und West sowie in am Rathaus Babelsberg in südliche und östliche Richtung. Die Vollsperrungen gelten bis zur offiziellen Entwarnung.

Ist die S-Bahn und der Regionalverkehr betroffen?

Einschränkungen gibt es auch im Regionalverkehr und bei der S-Bahn. Der Potsdamer Hauptbahnhof ist ab 8 Uhr komplett gesperrt.

Ab etwa 10 Uhr rechnet die Bahn damit, dass der Abschnitt Potsdam Charlottenhof – Potsdam Hauptbahnhof – Griebnitzsee für den Zugverkehr voll gesperrt wird. Zusätzlich bestehen planmäßige Bauarbeiten im Bereich Berlin Wannsee.

Die Züge der Linie RE1 aus/in Richtung Magdeburg/Brandenburg an der Havel in Richtung Frankfurt (Oder)/Eisenhüttenstadt entfallen zwischen Potsdam Park Sanssouci und Berlin Charlottenburg. Zwischen Werder (Havel) und Berlin Wannsee verkehren Ersatzbusse - ohne Halt in Potsdam. Fahrgäste werden gebeten auch die S-Bahn zwischen Berlin Wannsee und Berlin Charlottenburg zu benutzen.

Die S-Bahnen in Richtung Berlin starten und enden am Donnerstag ab 8 Uhr am S-Bahnhof Babelsberg. Konkret bedeutet das für Pendler, dass der letzte durchfahrende Zug von Ahrensfelde ab 6.41 Uhr fährt und Potsdam um 7.55 Uhr erreicht. Von Potsdam aus fährt die letzte durchfahrende S-Bahn ab 8 Uhr. Einen Schienenersatzverkehr wird es nicht geben.

Wer ist im Einsatz?

Als Sprengmeister tritt wieder mal Mike Schwitzke auf den Plan. Er wird den Blindgänger unschädlich machen. Doch bevor er zur Tat schreitet, muss sichergestellt werden, dass der Sperrkreis geräumt ist. Dafür werden mehr als 300 Helferinnen und Helfer, unter anderem von der Landeshauptstadt Potsdam, der Berufsfeuerwehr, freiwilligen Feuerwehren, Bundespolizei und Polizei am Donnerstag eingesetzt.

Wo gibt es weitere Informationen?

Alle aktuellen Informationen rund um die Entschärfung und den Sperrkreis erfahren Sie unter www.pnn.de. Weitere Auskünfte erteilen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landeshauptstadt ab unter der Nummer (0331) 289 1677 sowie 289 1642.