• Bittschriftenlinde ab November wieder am Landtag: Ein Baum kehrt zurück

Bittschriftenlinde ab November wieder am Landtag : Ein Baum kehrt zurück

Innenstadt - Potsdams Bittschriftenlinde kehrt zurück zum Landtagsschloss. Wie die kommunale Bauholding Pro Potsdam mitteillte, soll der Baum voraussichtlich im November im Rahmen der Baumaßnahmen Uferpromenade/Otto-Braun-Platz wieder an den Landtag zurückverpflanzt werden. Die Pflanzgrube für die Linde kann man vor Ort schon sehen, sie wurde bereits im Gehwegbereich ausgehoben.

Ihren Namen hat die sogenannte Bittschriftenlinde bereits im 18. Jahrhundert während der Regierungszeit Friedrich II. erhalten. Von den vielen holländischen Linden, die Kurfürst Friedrich Wilhelm I. im 17. Jahrhundert pflanzen ließ, befand sich eine direkt unter dem Fenster des königlichen Arbeitszimmers von Friedrich II., um die sich das einfache Volk versammelte, um Bittgesuche an den Regenten zu richten. Später wurden auch Bittgesuche direkt an die Linde geheftet. Im Laufe des 19. Jahrhunderts verschwanden die anderen Linden nach und nach, nur die Bittschriftenlinde blieb und überstand sogar 1945 die Kämpfe am Ende des Zweiten Weltkrieges ohne große Beschädigungen. Doch bei der Neugestaltung des völlig zerstörten Areals nach dem Krieg wurde auf die Geschichte des Baumes keine Rücksicht genommen und am 9. Januar 1949 wurde die Bittschriftenlinde gefällt.

Erst zur 1000-Jahr-Feier Potsdams im Jahr 1993 wurde ein neuer Baum an dem historischen Ort gepflanzt. Damit sie im Rahmen der umfangreichen Bauarbeiten des Projekts „Potsdamer Mitte“ keinen Schaden nimmt, wurde die Linde im Februar 2008 in eine Baumschule in Nuthetal gebracht. Zu den Umbauten zählten etwa der Brückenneubau neben der Langen Brücke, der Umbau der Friedrich-Ebert-/Breite Straße sowie Leitungsarbeiten und die Vorbereitung des Landtag-Neubaus. Auch während des LandtagNeubaus und während der nun zu Ende gehenden Entwicklung des Havelufers blieb die Linde bis heute in Nuthetal. Wie die Pro Potsdam mitteilte, sei eine Umpflanzung der Linde nur in der vegetationsfreien Zeit möglich, weswegen der Umzug erst im November stattfinden wird.

Die Kosten von Pflege und Erhalt werden vom kommunalen Sanierungsträger getragen. Der Transport zur Baumschule, die jährliche Pflege, die Wiedereinpflanzung inklusive des Errichtens der Baumgrube sowie die Fertigstellungs- und Entwicklungspflege kosten etwa 6000 Euro, hieß es weiter. Diese Summe deckt die Kosten des Zehn-Jahres-Zeitraums vom Jahr 2008 bis 2018 ab. sku

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