Bilanz der Potsdamer Commerzbank : Die Potsdamer zahlen gern auf Raten

Die Potsdamer Commerzbank hat Bilanz für 2018 gezogen. Vor allem die Zahl der Ratenkredite ist stark gestiegen. Von einer möglichen Fusion mit der Deutschen Bank ist man wenig begeistert.

Die Potsdamer Niederlassung hatte zur Bilanz-Pressekonferenz geladen.
Die Potsdamer Niederlassung hatte zur Bilanz-Pressekonferenz geladen.Foto: Marius Becker dpa

Potsdam - Natürlich kamen sie um ein Thema nicht herum bei der Potsdamer Commerzbank. Eigentlich wollten die beiden Niederlassungsleiterinnen Christine Wendelburg und Nikola Köller am Mittwoch ihre Jahresbilanz für 2018 vorstellen, doch wie zu erwarten, kam auch die Frage nach der möglichen Fusion mit der Deutschen Bank zur Sprache, die seit ein paar Tagen diskutiert wird. Pressesprecher Mathias Paulokat war vorbereitet – und klang nicht gerade begeistert. „Unser Wachstumskurs funktioniert auf Stand-Alone-Basis“, betonte er auf Nachfrage. Und dann nochmal deutlicher: „Wir sind alleine stark.“ 
Dass dies auch für Potsdam gilt, versuchten Wendelburg und Köller dann auch anhand von Zahlen zu belegen. In Potsdam habe man 2018 rund 600 Privatkunden neu dazugewonnen, so Wendelburg. Insgesamt sind es damit mittlerweile 19.300. In Potsdam betreibt die Bank je eine Filiale in der Lindenstraße in der Innenstadt und in der Babelsberger Karl-Liebknecht-Straße sowie eine extra Filiale nur für vermögende Kunden in der Schlossstraße

Das Wealth Center in der Schlossstraße ist nur für vermögende Kunden.
Das Wealth Center in der Schlossstraße ist nur für vermögende Kunden.Foto: Katharina Wiechers/PNN

Großer Zuwachs bei Ratenkrediten

Positives zu berichten gab es für Potsdam auch vom Kreditgeschäft, dass 2018 zugelegt hat. Die stärksten Zuwächse gab es bei Ratenkrediten zu verzeichnen, in Potsdam sogar um 82 Prozent auf sechs Millionen Euro. Wendelburg ist überzeugt, dass dies an den guten Konditionen liegt. Die Zinsen seien niedrig und das Verfahren unkompliziert: „In 15 Minuten können sie bei uns ein Darlehen von 80.000 Euro bekommen“, so ihr Versprechen. Auch für Firmenkunden wurden 2018 mehr Kredite ausgegeben, wie Köller ergänzte, gleichwohl stiegen die Exportabsicherungen. Genaue Zahlen nur für die Stadt Potsdam konnte sie aber nicht nennen – Köller ist für Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zuständig.

Kerngeschäft der Commerzbank sei weiterhin die Immobilienfinanzierung, so Wendelburg. 18 Millionen Euro wurden 2018 allein an Neugeschäften in Potsdam ausgegeben, also sechs Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das sei zwar nur ein moderates Wachstum, doch die Nachfrage sei weiter hoch. „Wir könnten hier sogar noch mehr Kredite ausgeben, doch die Kunden tun sich mittlerweile schwer, in Potsdam geeignete Immobilien zu finden.“ Weniger gut liefen 2018 Wertpapieranlagen, das Depotvolumen sank in Potsdam um elf Prozent. Der Grund: Börsenverluste und neue – kompliziertere Regelungen im Anlagegeschäft.