• Bewegender Moment zum Abschied: Geheilter Covid-19-Patient dankt Ärzten und Pflegern

Bewegender Moment zum Abschied : Geheilter Covid-19-Patient dankt Ärzten und Pflegern

Nach mehreren Wochen auf der Covid-Station des Potsdamer Klinikums wurde Walter Hanoldt als genesen entlassen. Sein Dank gilt den Ärzten und Pflegern. Für ihn sind sie Helden. 

Walter Hanoldt
Walter HanoldtFoto: Privat

Potsdam - Im März erkrankte Walter Hanoldt an Covid-19. Fast fünf Wochen verbrachte der Potsdamer Rentner auf der Covid-Station des Klinikums „Ernst von Bergmann“, bevor er am 25. April als geheilt entlassen werden konnte. In einem Schreiben, das er an mehrere Zeitungsredaktionen verschickte, dankt Hanoldt nun den Mitarbeitern des Klinikums auch für die Herzlichkeit, mit der er behandelt wurde.

„Helden“ seien die Ärzte und Pfleger, schreibt Hanoldt, weil sie unter schwersten Bedingungen alles Menschenmögliche für die Patienten tun würden und dabei einfühlsam und freundlich seien. Er habe sich in der Klinik stets wohlgefühlt. Die mediale Berichterstattung, gemeint ist der Corona-Ausbruch mit vielen Verstorbenen, würde sich auf „Fehler oder Versäumnisse oberster Leitungsebenen“ konzentrieren, schreibt Hanoldt. Deshalb wolle er auf die Leistungen der einfachen Angestellten hinweisen und deren unermüdlichen Einsatz würdigen.

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Er habe gesehen, wie schwierig und anstrengend es für die Pflegekräfte und Ärzte sei, mit kompletter Schutzbekleidung zu arbeiten, schreibt Hanoldt. Atemmaske und Plexiglas-Schutzschirm würden ihnen das Atmen erschweren. Und selbst „in einem leicht und luftig wirkenden Kittel“ gerieten sie beim Waschen der Patienten ins Schwitzen. „Diese Schutzkleidung wird bei jedem Betreten eines Krankenzimmers angelegt und danach wieder ausgezogen”, schreibt Hanoldt. Das ganze Prozedere müsse auch dann durchgeführt werden, wenn zum Beispiel nur kurz eine Schmerztablette verabreicht werde. Doch die Regeln würden genau befolgt.

An dem Tag seiner Entlassung aus der Covid-Station hätten die Ärzte und Pfleger ein Spalier gebildet und applaudiert, sagte Hanoldt den PNN am Telefon. Dieser Moment habe ihn so sehr bewegt, dass ihm beinahe die Tränen kämen, wenn er daran zurückdenke, fügte er hinzu. Auf der Station habe beinahe eine familiäre Atmosphäre geherrscht.

Hanoldt war 25 Jahre lang Berufsschullehrer für Englisch beim Berufsbildungswerk des Oberlinhauses, bevor mit 68 in Rente ging. Zuvor hatte er als Dialogbuchautor gearbeitet und beim DDR-Fernsehen ausländische Serien synchronisiert. Nun gehört er zur Corona-Risikogruppe, nicht nur aufgrund seines hohen Alters, sondern auch wegen einer chronischen Vorerkrankung an der Lunge – die bei ihm regelmäßig zu Atemnot und Panik führt, wie Hanoldt es sagte. Vielfach könne nur noch der Notarzt helfen, so muss er regelmäßig ins Krankenhaus. Auch nach Corona musste Handoldt wegen seiner Lungenkrankheit wieder ins Klinikum, das zum Glück nicht weit sei. Vom Krankenzimmer aus könne er fast sein Haus sehen. 
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