• Bestes Ergebnis für Reiche Potsdamer CDU-Chefin wiedergewählt

Potsdam : Bestes Ergebnis für Reiche Potsdamer CDU-Chefin wiedergewählt

Es ist das bisher beste Ergebnis in ihrer Zeit als Potsdamer CDU-Vorsitzende: Mit 82,19 Prozent der Stimmen ist die Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretärin im Verkehrs- und Infrastrukturministerium, Katherina Reiche, von den Mitgliedern ihres Kreisverbands in ihrem Amt bestätigt worden. Das teilte die CDU am Mittwoch mit. Die Entscheidung fiel im Rahmen eines nichtöffentlichen Parteitags am Dienstagabend im Treffpunkt Freizeit.

Zu Reiches Stellvertretern wurden der Landtagsabgeordnete Steeven Bretz und CDU-Stadtfraktionschef Matthias Finken bestimmt. Vor anderthalb Jahren hatte Reiche noch 73 Prozent erhalten, seit ihrem Amtsantritt hatte sie zwei Kampfkandidaturen knapp überstanden. Nun sind einstige Widersacher Reiches wie der Babelsberger Stadtverordnete Hans-Wilhelm Dünn im Kreisvorstand nicht mehr vertreten.

Inhaltlich kündigte Reiche an, die CDU werde sich intensiv bei der anstehenden Debatte um ein Leitbild für Potsdam beteiligen. Unter anderem würden Unternehmen „endlich eine Willkommenskultur in unserer Stadt“ erwarten. Die Direktkandidaten der Partei gaben sich optimistisch, bei den Landtagswahlen die rot-rote Landesregierung abzulösen.

Freilich ist nicht jeder in der Potsdamer CDU mit dem Kurs der Partei zufrieden. So kritisiert der Potsdamer Werner Pahnhenrich, Geschäftsführer der Senioren-Union Brandenburg, in der aktuellen Mitgliederzeitung seines Verbandes das „enttäuschende Ergebnis“ der Potsdamer CDU bei den Kommunalwahlen im Mai von 15,5 Prozent. Im Vergleich zu den anderen kreisfreien Städten in Brandenburg habe die Union in Potsdam kaum Zugewinne verbuchen können. Pahnhenrich fragt nach den Ursachen: „Liegt eine Führungsschwäche des Kreisvorstandes vor oder ist die deutlich feststellbare und andauernde Zerstrittenheit bis hin zur möglichen Spaltung der Partei dafür verantwortlich? Oder liegt es am egoistischen und rücksichtslosen Machtstreben einzelner Parteimitglieder, die ihr Ego über die Interessen der Partei stellen?“ Pahnhenrich weiter: „Da eine Ursache selten alleiniger Grund für eine Misere ist, dürfte von allem etwas für das Dilemma in Potsdam verantwortlich sein.“ HK