• Beerdigungen in Potsdam: Kolumbarium in Eiche geplant

Bestattungen über der Erde in Potsdam : Letzte Ruhe in einem Fach aus Granit

Auf dem Friedhof in Potsdam-Eiche soll es künftig ein sogenanntes Kolumbarium geben. In solchen Bestattungsanlagen werden Urnen in Fächern aufbewahrt.

In einem Kolumbarium - hier in Monheim in Nordrhein-Westfalen - werden Urnen in Fächern bestattet. Eine solche Anlage ist in Potsdam-Eiche geplant.
In einem Kolumbarium - hier in Monheim in Nordrhein-Westfalen - werden Urnen in Fächern bestattet. Eine solche Anlage ist in...Foto: Oliver Berg/dpa

Potsdam - Auf dem Friedhof des Potsdamer Ortsteils Eiche soll es künftig auch oberirdische Bestattungen geben. Hierfür wird ein sogenanntes Kolumbarium errichtet. Der Ortsbeirat habe sich in seiner Sitzung am vergangenen Mittwochabend für eine solche Anlage in rötlich-brauner Optik aus Granit entschieden, teilte Ortsvorsteher Werner Pahnhenrich (CDU) auf PNN-Anfrage mit. Ein Kolumbarium ist ein Bauwerk, das der Aufbewahrung von Urnen oder Särgen dient.

Eine Spezialfirma errichtet die zwei stufenförmigen Bauten

Die neue Anlage in Eiche soll im Nordosten des am Baumschulenweg gelegenen Friedhofs gebaut werden. Geplant sind zwei nebeneinander stehende kleine stufenförmige Bauten mit jeweils zehn Fächern. Die beiden Anlagen werden aus einem äußerlich nicht sichtbaren Metallgerüst bestehen, in das Granitelemente eingepasst sind. Die einzelnen Bestattungsfächer werden auf der Vorderseite eine Klappe haben, die sich nur mit einem besonderen Schlüssel öffnen lässt. Im Innern eines jeden Fachs im Kolumbarium können bis zu vier Urnen Platz finden, sagt Gunther Butzmann, Chef der kommunalen Friedhöfe in Potsdam. Sargbestattungen werden im Kolumbarium von Eiche indes nicht möglich sein.

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Wann die erste Bestattung im neuen Kolumbarium erfolgen kann, ist noch etwas ungewiss. „Ich orientiere auf Mitte des Jahres“, sagt Butzmann. Noch habe er den entsprechenden Auftrag bei der Firma Weiher aus Freiburg im Breisgau nicht ausgelöst. Das Unternehmen bewirbt diese Art der Bestattungsanlage unter dem Begriff Urnenwürfelsystem. Hochwertige Werkstoffe ermöglichten eine jahrzehntelange Nutzungsdauer des Kolumbariums heißt es in einer Broschüre der Firma aus Baden-Württemberg.

Auch in Groß Glienicke gibt es bereits ein Kolumbarium

Bevor das eigentliche Kolumbarium aufgebaut wird, müsse die Friedhofsverwaltung zunächst die Fundamente errichten, so Butzmann. Die Kosten für das insgesamt 20 Bestattungsfächer umfassende Kolumbarium in Eiche gibt der Friedhofschef mit rund 18.000 Euro an. Hinzu kommen die Aufwendungen für die Fundamente und die Pflasterung des Bodens vor der Anlage.

Für unsere Region sei ein Kolumbarium „total untypisch“, sagt Butzmann. Es gebe genügend Friedhofsfläche, um Beisetzungen im Erdboden vornehmen zu können. Dennoch hatte der Ortsbeirat Eiche schon vor über zwei Jahren Interesse an einem Kolumbarium bekundet. Das einzige seiner Art im Stadtgebiet Potsdam wird es indes nicht sein. Auch auf dem Evangelischen Friedhof in Groß Glienicke gibt es seit 2004 in einem kleinen historischen Gebäude ein Kolumbarium.

Eheleute können ihre letzte Ruhe in einem gemeinsamen Fach finden

Was eine Bestattung in der neuen Anlage in Eiche künftig kosten wird, kann Butzmann noch nicht sagen. Die Gebührensatzung müsse zunächst noch auf das neue Angebot angepasst werden. Die Ruhezeit soll 20 Jahre betragen, Verlängerungen werden möglich sein, sagt Butzmann. Da die Urnen in den Fächern des Kolumbariums jedoch nach Ablauf der Ruhezeit voraussichtlich noch erhalten sein werden, müssen sie danach noch einmal - dann endgültig - bestattet werden. Das soll, so Butzmann, später dann anonym unter der Erde auf einer Fläche des Friedhofs geschehen.

Zu Lebzeiten können sich Interessierte allerdings kein bestimmtes Fach im Kolumbarium von Eiche reservieren, sagt Ortsvorsteher Pahnhenrich. Es werde aber selbstverständlich möglich sein, dass Eheleute ihre letzte Ruhe in einem gemeinsamen Fach finden. Sollten sich so viele Menschen hier bestatten lassen, dass die Anlage eines Tages voll belegt ist, sei eine Erweiterung grundsätzlich möglich, sagt der Ortsvorsteher.

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