• Bescheinigungen nicht fristgemäß bereit: Kita-Krise: Antragsstau im Jugendamt

Bescheinigungen nicht fristgemäß bereit : Kita-Krise: Antragsstau im Jugendamt

Durch die geplante Senkung der Kitagebühren herrscht Dauerstress im Jugendamt. Deshalb kommt es jetzt zu Problemen bei der Ausgabe wichtiger Bescheinigungen.

Potsdam - Es geht um unerlässliche Dokumente, damit Eltern einen Kitaplatz für ihre Kinder bekommen können: die Bescheinigungen über einen Rechtsanspruch für die Kitabetreuung. Allerdings klemmt es aktuell bei der Ausgabe dieser Papiere. Über den Antragsstau im zuständigen Jugendamt sind jetzt alle privaten Kitaträger von der Stadtverwaltung informiert worden. In einem den PNN vorliegenden Schreiben des Amts heißt es, leider könne derzeit eine Vielzahl von Anträgen „nicht fristgemäß beschieden werden“. Es werde noch „einige Zeit“ dauern, den Stau abzutragen – man arbeite „mit Hochdruck“ daran.

Dabei sei dem Amt durchaus bewusst, dass ein von Eltern nicht vorgelegter Bescheid über den Rechtsanspruch auch Konsequenzen für die Kitaplatzvergabe haben könne, so das Schreiben weiter. Da jedoch die Eltern für die verzögerte Antragsbearbeitung nicht verantwortlich seien, bittet das Amt die Träger ausdrücklich, den Eltern Vertrauen zu schenken und Plätze zu vergeben. Man gehe davon aus, dass zu Beginn des Kitajahres – also in etwa zwei Monaten – die rechtskräftigen Bescheide bei den Erstanträgen vorlägen. Diese bearbeite man „mit Priorität“. Ein Sprecher der Stadtverwaltung bestätigte die Probleme im Grundsatz, Zahlen konnte das Rathaus noch nicht nennen.

Dauerdruck und enormer Arbeitsaufwand im Jugendamt 

Die Engpässe im Jugendamt der Landeshauptstadt waren schon vergangene Woche ansatzweise öffentlich geworden. Sozialdezernent Mike Schubert (SPD) hatte in verschiedenen Ausschusssitzungen deutlich gemacht, dass die Mitarbeiter im Kitabereich wegen des enormen Arbeitsaufwands in Zusammenhang mit der geplanten Senkung der Kitagebühren in und der möglichen Rückerstattung zu hoch kalkulierter Beiträge enorm belastet seien.

Auch Jugendamtsleiter Reinhold Tölke hatte den Dauerdruck in dem Bereich für „drei Total-Ausfälle“ von Mitarbeitern verantwortlich gemacht.

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