• Benefizdinner der Potsdamer Zigeunerköche: Gestohlene Spendengelder beschäftigen die Polizei

Benefizdinner der Potsdamer Zigeunerköche : Gestohlene Spendengelder beschäftigen die Polizei

Die Potsdamer Zigeunerköche kochen für einen guten Zweck, doch die Gruppe hört nun auf. Grund: Chefkoch Joe Riha soll vor seiner Wohnung überfallen worden sein, Spendengelder eines Benefizdinners wurden gestohlen. Es bleiben allerdings offene Fragen.

Joe Riha, bisher Chef der Potsdamer Zigeunerköche, soll vor seiner Wohnung überfallen worden sein. Die Ermittlungen laufen.
Joe Riha, bisher Chef der Potsdamer Zigeunerköche, soll vor seiner Wohnung überfallen worden sein. Die Ermittlungen laufen.Foto: A. Klaer

Potsdam - Gut kochen und damit Spenden sammeln: Das ist eigentlich das Motto der sogenannten Zigeunerköche. Doch der Potsdamer Ableger des europaweit aktiven Köchenetzwerkes gibt nun auf, nachdem Hilfsgelder gestohlen worden sind. „Die Zigeunerköche in ihrer bisherigen Form sind ,tot‘“, teilte der Chef der Köche, Joe Riha, am Montag in einer Erklärung im sozialen Netzwerk Facebook mit. Zugleich bestritt er, etwas mit dem Diebstahl des Geldes – es geht nach PNN-Informationen um einige Tausend Euro – zu tun zu haben.

Die Spenden stammen von einem von Riha organisierten Benefizdinner, bei dem er vor dreieinhalb Wochen in einem Restaurant in der Waldstadt unter anderem zugunsten von Kindern, ALS-Erkrankten und anderen Sozialprojekten gekocht hatte. Die Karten kosteten knapp 100 Euro. In seiner Mitteilung erklärte Riha nun, in der Nacht zum 1. April sei er vor seiner Wohnung in Potsdam überfallen worden, ein „beträchtlicher Geldbetrag“ sei gestohlen worden, der eigentlich als Spende gedacht war. Das Geld stammt aus den Ticketverkäufen. Die Polizei bestätigte auf Anfrage eine entsprechende Anzeige wegen eines Raubdeliktes, nannte aus Datenschutzgründen aber keine weiteren Einzelheiten. Die Ermittlungen würden laufen, hieß es.

Riha: Diesmal nimmt er keinerlei Schuld auf sich

Riha erklärte, ehemalige Gefolgsleute und vermeintliche Freunde seien der Meinung, er hätte „etwas mit der Sache zu tun“. Doch „im Gegensatz zu 2016“, als er bei drei anderen Veranstaltungen schon „Spendengelder in den Sand gesetzt habe“, nehme er „diesmal keinerlei Schuld“ auf sich. Inzwischen habe er die Zigeunerköche aus den sozialen Medien entfernt, teilte der Hartz-IV-Empfänger mit: Das sei aber nicht als Schuldeingeständnis zu verstehen, sondern eine Schutzmaßnahme für seine Person.

Schon kurz nach der Spendengala hatte es Irritationen gegeben. Einer der Teilnehmer der Gala, der Berliner Verein ALS Mobil, hatte in einer Erklärung bei Facebook mitgeteilt, die Zusammenarbeit mit Riha werde sofort beendet. „Wir distanzieren uns hiermit öffentlich von ihm“, hieß es damals ohne eine weitere Nennung von Gründen. Der ALS-Hilfeverein hatte unter anderem für das Essen geworben. 

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