• Bekämpfung von Rauschgiftkriminalität: Polizei verschärft Drogenkontrollen in Potsdam

Bekämpfung von Rauschgiftkriminalität : Polizei verschärft Drogenkontrollen in Potsdam

Die Polizei kontrolliert nun stärker und erwischt auf der Freundschaftsinsel und im Nuthepark mehrere Drogendealer. Der Drogenkonsum in Potsdam ist allerdings nicht gestiegen.

In Potsdam wurden vier Drogendealer am Wochenende festgenommen. Diese Aufnahme stammt von einer Festnahme eines mutmaßlichen Drogenhändlers in Berlin.
In Potsdam wurden vier Drogendealer am Wochenende festgenommen. Diese Aufnahme stammt von einer Festnahme eines mutmaßlichen...Foto: B. von Jutrczenka/dpa (Symbolbild)

Potsdam - Die Polizeiinspektion Potsdam führt derzeit „zielgerichtete Aufklärungsmaßnahmen und Kontrollen zur Bekämpfung von Rauschgiftkriminalität“ durch. Das bestätigte die Pressestelle der Polizeidirektion West am Montag. Am Wochenende hatte die Polizei mehrere Festnahmen gemeldet: Gleich vier Drogenhändler gingen Beamten in Zivil ins Netz. Bei Kontrollen im Nuthepark und auf der Freundschaftsinsel erwischten Polizisten unter anderem einen 18-Jährigen, der 300 Ecstasy-Tabletten und 400 Gramm Marihuana sowie ein Messer dabei hatte (PNN berichteten). Außerdem wurden am Samstag vier Jugendliche mit Cannabis erwischt.

Drogenkonsum steigt nicht

Die steigende Zahl von festgestellten Straftaten sei jedoch nicht gleichzustellen mit steigendem Drogenkonsum, sondern könne auch auf die verschärften Kontrollen zurückzuführen sein. Die Zahl der erfassten Drogendelikte in Potsdam ist seit mehreren Jahren relativ stabil. 2016 wurden 561 Fälle erfasst, 29 weniger als im Vorjahr, aber 28 mehr als 2014.

Das Team des Vereins Chill out, Drogenberatungsstelle für Jugendliche, hat ebenfalls keine starke Veränderung festgestellt. Die präsentesten Suchtmittel seien nach wie vor Alkohol und Zigaretten, gefolgt von Cannabis, erklärt Leiterin Katharina Tietz. Auch Amphetamine wie Ecstasy kämen als Partydroge durchaus vor. Einen starken Anstieg kann sie aber nicht beobachten.

Crystal Meth spielt keine Rolle in Potsdam

Auf Landesebene könne sie einen leichten Anstieg der Zahl der Cannabis-Konsumenten feststellen, sagt Andrea Hardeling von der Landessuchtkonferenz Brandenburg. Die synthetische Droge Crystal Meth bleibe dagegen nach wie vor im Süden Brandenburgs präsent. In Potsdam spiele diese Droge keine Rolle.

Das bestätigt auch Dr. Christian Kieser, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Bergmann-Klinikum. In seiner Abteilung behandeln er und seine Kollegen vor allem Alkoholkranke. Bei illegalen Drogen stehen Cannabis, Amphetamine und Heroin im Mittelpunkt. Die Patienten seien in der Hauptsache junge Erwachsene in prekärer sozialer Situation. Verstärkt nimmt der Arzt dagegen das Thema Spielsucht wahr. Zunehmend wendeten sich glücksspielabhängige Menschen an ihn.

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