• Beamte sollen aggressiv gewesen sein: Vorwürfe gegen die Polizei nach „Fridays for Future“-Demo

Beamte sollen aggressiv gewesen sein : Vorwürfe gegen die Polizei nach „Fridays for Future“-Demo

Bei den Protesten soll es etwa „anlasslose Körperdurchsuchungen“ und einen körperlichen Übergriff durch einen Polizisten gegeben haben. Eine Aktivistin gibt an, geschubst worden zu sein. Die Polizei prüft die Beschwerde.

Vor knapp zwei Wochen demonstrierten Klimaschützer in der Potsdamer Innenstadt.
Vor knapp zwei Wochen demonstrierten Klimaschützer in der Potsdamer Innenstadt.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Nach der Fridays-for-Future-Demonstration in Potsdams Innenstadt vor knapp zwei Wochen gibt es Vorwürfe gegen die Polizei, dass einzelne Beamte zu aggressiv gegen jugendliche Klimaschützer vorgegangen seien. Ihre Verärgerung haben der Stadtjugendring, die Organisatoren der Demo und die städtische Koordinatorin für Kinder- und Jugendinteressen, Stefanie Buhr, in einer gemeinsamen Erklärung zusammengefasst. 

Bei den Protesten habe es „überflüssige, anlasslose Körperdurchsuchungen, einen körperlichen Übergriff durch einen Polizisten sowie die anlasslose Feststellung von Daten Minderjähriger“ gegeben, heißt es in der Erklärung. Konkret sei einer schwarzen Jugendlichen das Stehlen eines Plakates von der Satire-Partei „Die Partei“ unterstellt worden – obwohl man ihr es zuvor geschenkt hatte, berichtete Sylvia Swierkowski vom SJR, die auch Mitglied der „Partei“ ist. 

Sie selbst sei ferner von einem Polizisten geschubst worden – nachdem sie sich in eine Debatte von Ordnungshütern und Jugendlichen zu einem Banner mit der Aufschrift „Armin, wir wissen wo dein Auto steht“ eingeschaltet hatte. Obwohl das klar Satire sei, hätten die Polizisten das Zusammenrollen des Banners befohlen, „in aggressivem Sprachduktus“. 

„Sachverhalt wird intern geprüft und aufgearbeitet“

Als sie deswegen nachgehakt habe, habe einer der Polizisten sie gepackt und weggestoßen. Das sei auch auf Videobildern des Geschehens zu sehen sei, sagte Swierkowski den PNN. Später habe es allerdings vor Ort bei den Jugendlichen auch eine Entschuldigung seitens der Polizei gegeben, sagte die Sozialpädagogin. 

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In der Erklärung heißt es nun: „Wenn Jugendliche in ihrem so sensiblen Alter derart schlechte Erfahrungen mit der Polizei machen“, dann bestehe die Gefahr von Vertrauensverlust in die Demokratie und einer Radikalisierung.

Ein Sprecher der zuständigen Polizeidirektion West sagte den PNN, die Beschwerde werde bearbeitet. „Derzeit wird der Sachverhalt intern geprüft und aufgearbeitet.“ Das könne etwas Zeit in Anspruch nehmen, „da Beamte aus mehreren Organisationseinheiten im Einsatz waren“.

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