• Bauarbeiten an den Fernbahngleisen in Berlin: Zwei harte Monate für Pendler

Bauarbeiten an den Fernbahngleisen in Berlin : Zwei harte Monate für Pendler

Pünktlich zum Ende der Sommerferien, ab dem 28. August, beginnen die Bauarbeiten an den Fernbahngleisen der Berliner Stadtbahn. Sie dauern bis zum 1. November an. Betroffen sind auch Fahrgäste, die von Berlin nach Potsdam und umgekehrt mit dem Zug pendeln.

Bis Mitte Juni sind die Streiks erst einmal ausgesetzt.
Bis Mitte Juni sind die Streiks erst einmal ausgesetzt.Foto: dpa

Potsdam/Berlin - Für die Pendler zwischen Potsdam und Berlin waren die vergangenen Wochen vergleichsweise unaufgeregt. Zwar waren wie jeden Sommer Touristen in den Zügen und auch die Bundesgartenschaubesucher besetzten so manchen Sitzplatz. Doch dank der Ferien fehlten die Schüler und größere Ausfälle und Verspätungen gab es auch keine. Doch mit dieser Ruhe ist es nun vorbei.

Betroffen ist die Linie RE 1

Denn ab dem Wochenende, also pünktlich zum Ende der Schulferien, wird auf der Berliner Stadtbahn gebaut. Betroffen ist der Abschnitt zwischen Charlottenburg und Alexanderplatz, dort werden die sogenannten Fernbahngleise erneuert. Das hat auch erhebliche Auswirkungen auf die Regionalbahnlinie 1 und damit auf eines der Hauptverkehrsmittel für die Pendler zwischen Potsdam und Berlin. Viele von ihnen müssen auf die S-Bahn umsteigen – und das gut zwei Monate lang.

Bis zum 1. November fährt der RE1 aus Potsdam kommend nur bis zum Bahnhof Zoo beziehungsweise Charlottenburg und fährt dann wieder zurück. Züge, die aus Eisenhüttenstadt kommen und normalerweise durch Berlin und dann weiter nach Potsdam fahren, stoppen dann am Alexanderplatz oder sogar schon am Ostbahnhof. Wer also beispielsweise vom Alexanderplatz nach Potsdam fahren möchte, muss auf die S 7 umsteigen oder irgendwie zum Bahnhof Zoo kommen, um dort die Regionalbahn zu erwischen.

Weichen und Gleise werden erneuert

Während der Sperrung sollen Schienen und Weichen erneuert sowie Brücken repariert werden. Konkret geht es um Weichen an den Bahnhöfen Charlottenburg, Zoo, Friedrichstraße und Hauptbahnhof. Zwischen Charlottenburg und Zoo wird außerdem das Gleis erneuert, zwischen Spandau und Charlottenburg müssen Schienen ersetzt werden. Auch sogenannte Schienenschmierapparate sollen instandgesetzt werden, sie verringern den Zuglärm. Außerdem will die Bahn die Gelegenheit nutzen und dringend nötige Bauarbeiten am Bahnhof Friedrichstraße durchführen. 2012 hatte sich dort ein Betonbrocken gelöst und war durch die Zwischendecke in die belebte Haupthalle gestürzt – wie durch ein Wunder, ohne jemanden zu verletzen. Grund waren fehlerhaft befestigte Lager unter den Fern- und Regionalbahngleisen, dieser Mangel soll nun behoben werden.

Ursprünglich war die Sperrung der Stadtbahn anberaumt worden, um Schäden am Hauptbahnhof zu beseitigen. Schon seit 2007 lockern sich dort Schrauben an den Brücken des Viadukts. Bereits beim Einbau war wie berichtet geschlampt worden, womöglich wegen des damals herrschenden Zeitdrucks. Seit vielen Jahren ist bekannt, dass die Teile ersetzt werden müssen, doch im Juli wurde das Projekt relativ kurzfristig verschoben. Damals hieß es, die neue Konstruktion, die eingebaut werden soll, müsse erst noch getestet werden. Gesperrt wird trotzdem, dafür etwas kürzer. Denn eigentlich sollte die Regionalbahnverbindung bis zum 23. November gekappt werden, nun sind es drei Wochen weniger.

27.000 Fahrgäste zwischen Potsdam und Berlin unterwegs

Immerhin noch neun Wochen lang müssen sich die Pendler aber trotzdem mit längeren Fahrten, zusätzlichem Umsteigen und vollen S-Bahnen herumschlagen. Allein im Regionalbahnverkehr sind täglich 27 000 Menschen im Durchschnitt zwischen Potsdam und Berlin unterwegs, hieß es vom VBB. In der Hauptverkehrszeit sollen stündlich zwei Extra-S-Bahnen zwischen Charlottenburg und Ostbahnhof eingesetzt werden. Zwar werden nicht alle Pendler statt des Regios die S-Bahn nutzen – manch einer muss ja zum Beispiel nur von Potsdam nach Charlottenburg und wird daher von der Sperrung gar nicht betroffen sein. Alle, die weiter in den Osten Berlins müssen oder dort herkommen, brauchen allerdings starke Nerven. (mit Christine Fratzke)

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