Babelsberg : Schreibtisch am Filmpark

In Babelsberg soll bis Ende 2019 ein neues Zentrum für Medienschaffende entstehen. Das Projekt für 20 Millionen Euro ist ein weiterer Baustein einer wachsenden Branche.

Kurze Wege. Mit der Nähe zu den Studios, schnellem Internet und eigener Teeküche wirbt der Entwickler für das neue Bürogebäude am Filmpark.
Kurze Wege. Mit der Nähe zu den Studios, schnellem Internet und eigener Teeküche wirbt der Entwickler für das neue Bürogebäude am...

Potsdam/Babelsberg - Mehr Platz für die Medienbranche: Am Filmpark Babelsberg soll ein weiteres Bürogebäude entstehen. Das teils vier-, teils fünfstöckige Haus mit Tiefgarage soll auf einer Gesamtfläche von 7000 Quadratmetern Platz für 26 Büroeinheiten bieten. Der Baustart ist laut einer Pressemitteilung für September angesetzt, Ende 2019 soll das Gebäude laut Plan fertiggestellt werden. Dann sollen dort vor allem kleine und mittlere Unternehmen unterkommen können. „Bürohaus am Studio“ nennt sich das Projekt, das zwischen August-Bebel-Straße und Alfred-Hirschmeier-Straße gebaut werden soll. Heute sind dort Parkplätze.

Es ist das neueste Projekt der Firma KW-Development und ihres Geschäftsführers Jan Kretzschmar, 20 Millionen Euro will er hier investieren. Der Babelsberger Immobilienunternehmer entwickelt auch im benachbarten Campus am Filmpark für rund 80 Millionen Euro quasi ein vollständiges Stadtviertel, das zunehmend Gestalt annimmt. Wie berichtet wurden bereits elf Stadtvillen an der Marlene-Dietrich-Allee gebaut, eine Kita ist seit Oktober in Betrieb und auch zwei sogenannte Boardinghäuser stehen schon. Rund 250 Studentenwohnungen sind ebenfalls im Bau, genau wie das Bürogebäude „Pentagon“, für das im März Richtfest gefeiert wurde. In das fünfeckige Gebäude sollen IT- und Medienunternehmen ziehen.

Highspeed-Internet, kurze Wege und eine Teeküche

Eine ähnliche Zielgruppe will der Investor auch mit dem neuen Projekt ansprechen – und wirbt mit Highspeed-Internet, kurzen Wegen und eigener Teeküche. Angesichts der hohen Nachfrage auch bei der Vermietung des Pentagons, so heißt es in der Pressemitteilung, rechne der Entwickler „mit der Vermietung der Flächen noch vor Fertigstellung“. Attraktiv seien die Büros in dem Gebäude mit roter Backsteinoptik gerade für „mediennahe Dienstleister, die von der Nähe zum Filmpark und den Filmstudios profitieren“. In der Tat liegt der Haupteingang der Studios gleich um die Ecke, gegenüber ist der Sitz der UFA.

Das „Bürohaus am Studio“ reiht sich ein in die vermehrte Entwicklung von Büro- und Gewerbeflächen im IT- und Mediensektor in Potsdam. Zu den größten Projekten gehört die Entwicklung des ehemaligen RAW-Geländes am Hauptbahnhof zum IT-Standort, aber auch am Wissenschaftsstandort Golm sollen weitere Büros entstehen. Bei einer Veranstaltung zum Thema Gewerbeflächen nannte Potsdams Baubeigeordneter Bernd Rubelt (parteilos) es kürzlich einen Standortvorteil der Stadt, die „Clusteridee auch räumlich umzusetzen“. Sprich: Branchenähnliche Unternehmen in der Nähe zueinander und von den Wissenschaftsstandorten anzusiedeln. Das gelinge, so Rubelt, bisher in Golm und in der Medienstadt Babelsberg – wo nun noch mehr Raum für Medienschaffende entstehen wird.