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Babelsberg : Potsdam bekommt einen Konrad-Adenauer-Platz

Konrad Adenauer lebte von 1934 bis 1935 in Potsdam. Der Platz in der Nähe seines damaligen Wohnortes soll nach ihm benannt werden. Die Linke ist allerdings dagegen.

Konrad Adenauer lebte einst in Potsdam, jetzt wird ein Platz nach ihm benannt. Diese Aufnahme stammt aus dem Jahr 1967, links von Adenauer steht Helmut Kohl.
Konrad Adenauer lebte einst in Potsdam, jetzt wird ein Platz nach ihm benannt. Diese Aufnahme stammt aus dem Jahr 1967, links von...Foto: Bundespresseamt dpa

Potsdam bekommt einen Konrad-Adenauer-Platz. Eine Mehrheit der Stadtverordneten beschloss am Mittwoch, dass die Babelsberger Kreuzung, an der Rosa-Luxemburg-Straße, Robert-Koch-Straße und Domstraße aufeinandertreffen, nach dem einstigen CDU-Altkanzler benannt werden soll. Beantragt hatte die Benennung die Potsdamer CDU. Der 50. Todestag Adenauers am 19. April 2017 sei eine gute Gelegenheit, so Fraktionschef Matthias Finken.

Von 1934 bis 1935 hatte Adenauer ganz in der Nähe des Platzes in der Rosa-Luxemburg-Straße 40 gewohnt. Dort sei er am Abend des 30. Juni 1934 im Zusammenhang mit dem Röhm-Putsch von der Gestapo festgenommen worden, heißt es im Antrag. Er sei im Polizeipräsidium von Potsdam verhört und nach zwei Tagen ohne weitere Erklärungen wieder freigelassen worden.

Die Linke wollte eine Gedenktafel für Hannah Arendt

Gegen eine Umbenennung ohne die weitere Beratung im zuständigen Ausschuss hatte die Linke protestiert – und den Antrag letztlich auch abgelehnt. Die Fraktion war zu Beginn der Sitzung mit ihrem Anliegen abgeblitzt, eine Gedenktafel für Hannah Arendt aufhängen zu lassen. Die weltbekannte politische Theoretikerin und Publizistin habe Ende der 1920er-Jahre in Potsdam in der Merkurstraße 3 gelebt. 1929 hatte Arendt in Nowawes den österreichischen Philosophen Günther Stern geheiratet. Vier Jahre später musste Arendt wegen ihrer jüdischen Herkunft vor den Nationalsozialisten fliehen nachdem sie kurzzeitig von der Gestapo inhaftiert worden war. Die Linke hatte in der Fragestunde den Oberbürgermeister gefragt, was dagegen spreche, eine Gedenktafel an dem Wohnhaus anzubringen. Die kurze Antwort kam in der Stadtverordnetenversammlung von Potsdams Bildungsbeigeordneter Iris Jana Magdowski (CDU): Es spreche nichts dagegen, falls der Antragssteller die Gedenktafel bezahle und der Hauseigentümer keine Einwände habe. 

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