• Babelsberg begeht 25 Jahre „Coming out“ Aufführung von Heiner Carows Erfolgsfilm

Potsdam : Babelsberg begeht 25 Jahre „Coming out“ Aufführung von Heiner Carows Erfolgsfilm

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Babelsberg - Im Herbst 1989 kam mit „Coming out“ ein ganz besonderer Film in die Kinos der DDR. Anlässlich der 25. Wiederkehr der Premiere des Filmes wird der Streifen am kommenden Dienstag, dem 18. Februar, im Kino am Mediencampus Babelsberg in der Großbeerenstraße 189 als eine Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Filmverband Brandenburg und dem Bündnis Faires Brandenburg e.V. aufgeführt, wie Uwe Fleischer vom Babelsberger Filmgymnasium mitteilte. Beginn ist um 15.30 Uhr; Uwe Fröhlich (Bündnis Faires Brandenburg e.V.) werde eine kurze Einführung geben. „,Coming out’ ist ein Filmklassiker in der Regie von Heiner Carow, der 1988 bis 1989 bei der DEFA in Babelsberg produziert wurde und viel von dem Lebensgefühl Ende der 1980er Jahre in Ost-Berlin vermittelt“, schreibt Fleischer und teilt ferner mit, dass auch die Ehefrau des Regisseurs, Evelyn Carow, an diesem Abend anwesend sein wird. Evelyn Carow hatte die Filme ihres Mannes als Schnittmeisterin begleitet. Heiner Carow, der zu den bedeutendsten Defa-Regisseuren gehört, starb 1997 in Berlin. Zu seinem bekanntesten Streifen gehört neben „Coming out“ der 1973 erschienene Film „Die Legende von Paul und Paula“. Für Schauspieler Matthias Freihof, der die Hauptrolle in „Coming out“ spielt, war Heiner Carow „einer der besten, wenn nicht der beste Regisseur im Osten“, wie er 2011 gegenüber den PNN sagte. Erstmals wurde in dem Film Schwulsein in der DDR thematisiert. Der Protagonist, der junge Lehrer Philipp, muss sich mit seiner sexuellen Orientierung auseinandersetzen und gelangt zu seinem „Coming out“, zum Bekenntnis zur Homosexualität. Evelyn Carow, die sehr zurückgezogen in Babelsberg lebt, erklärte den PNN 2011, ihr Mann habe in „Paule Panke“ das Thema Homosexualität bereits angerissen. Sie habe ihm dann geraten: „Dann mach’s doch gleich richtig.“ Als der Film fertig war, berichtete Evelyn Carow, sagte der damalige Defa-Chef, „nur über seine Leiche“ komme der Film in die Kinos. DDR-Staatschef Erich Honecker habe den Film dann freigegeben. gb