• Ausstellung in der Garnisonkirche: Geteiltes Echo auf geplante Bundeswehr-Förderung

Ausstellung in der Garnisonkirche : Geteiltes Echo auf geplante Bundeswehr-Förderung

Die Grünen dagegen, die AfD dafür: Die angekündigte Förderung der Ausstellung im Turm der Garnisonkirche durch die Bundeswehr sorgt für sehr unterschiedliche Reaktionen.

Henri Kramer
Die Baustelle der Garnisonkirche von der Breiten Straße aus
Die Baustelle der Garnisonkirche von der Breiten Straße ausFoto: Andreas Klaer

Potsdam - Nach der von der Bundeswehr in Aussicht gestellten 350.000- Euro-Förderung für die Ausstellung im neu aufgebauten Turm der Garnisonkirche sind die Reaktionen geteilt. Die Potsdamer Grünen empfehlen der Stiftung Garnisonkirche in einer aktuellen Mitteilung, auf die Beantragung des Geldes zu verzichten. 

„Die Tatsache, dass es sich hierbei um Mittel des Bundesverteidigungsministeriums handelt, trägt sicherlich nicht zu einer differenzierten Geschichtsdarstellung der Militärkirche in der Ausstellung bei“, erklärte Kreischefin Carolin Herrmann. Ihr Co-Vorsitzender Ken Gericke warnte, diese Förderung werde zu noch mehr Spaltung in Bezug auf das Projekt beitragen. 

Unterstützung kommt von der AfD

Kritik hatten auch schon die Linken und die Bürgerinitiative gegen den Wiederaufbau geübt. Vergangene Woche hatte das Verteidigungsministerium bestätigt, dass über die Förderung gerade mit der Stiftung verhandelt werde. Das Geld sei bereits im Haushalt reserviert – wobei die Ausstellung zentrale historische Themen „im Beziehungsdreieck Kirche, Militär und Staat in Deutschland“, die umstrittene Geschichte des Ortes sowie die Arbeit der Militärseelsorge aufnehmen soll. 

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Die rechtspopulistische AfD hält dies indes für eine gelungene Idee. Das sei ein „starkes Zeichen der Versöhnung“, teilte Potsdams AfD-Fraktionschef Chaled-Uwe Said mit. „Die Darstellung der facettenreichen Geschichte trägt dazu bei, ein tieferes Verständnis für das preußische Königtum und die Ehrung seiner Soldaten zu vermitteln.“ Die Stiftung will den neuen Turm auch für Versöhnungsarbeit und als touristischen Aussichtspunkt nutzen.

Ein umstrittenes Großprojekt, vor allem mit Steuergeld finanziert

Der Wiederaufbau des Kirchturms ist vor allem wegen der Geschichte der einstigen preußischen Militärkirche umstritten. Zu Beginn der NS-Zeit hielt Hitler im März 1933 am sogenannten „Tag von Potsdam“ zur Reichstagseröffnung eine Rede in der Kirche. Der knapp 90 Meter hohe Turm der 1945 bei einem alliierten Luftangriff weitgehend zerstörten und 1968 in der DDR abgerissenen Garnisonkirche wird seit 2017 wieder aufgebaut. 

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Der Neubau am historischen Standort soll voraussichtlich 2022 fertiggestellt werden. Der Bund will das rund 40,5 Millionen Euro teure Bauprojekt mit mehr als 20 Millionen Euro fördern. Fünf Millionen Euro sollen aus kirchlichen Krediten finanziert werden. Für eine Machbarkeitsstudie zum möglichen Wiederaufbau des Kirchenschiffs hat der Bund zusätzlich rund 750.000 Euro eingeplant. (mit epd)

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