• Außerplanmäßige Ausgaben: Kolonnaden droht der Einsturz

Außerplanmäßige Ausgaben : Kolonnaden droht der Einsturz

Achtung, Einsturzgefahr! 350 000 Euro sind für die Sanierung der Unesco-prämierten Säulengänge an der Glienicker Brücke nötig.

Bedrohtes Welterbe. Die Kolonnaden an der Glienicker Brücke.
Bedrohtes Welterbe. Die Kolonnaden an der Glienicker Brücke.Foto: Manfred Thomas

Potsdam - Die Kolonnaden an der Glienicker Brücke sind völlig marode, es droht sogar der Einsturz. Deshalb sollen die Stadtverordneten kurzfristig und ungeplant 350 000 Euro aus dem städtischen Haushalt genehmigen. Die steinernen und zum Unesco-Welterbe gehörenden Säulengänge sollen bis zum 25. Jubiläum des Mauerfalls am 9. November repariert werden. Das geht aus einer Rathausvorlage für die Stadtverordnetenversammlung am 2. April hervor.

Der Sandstein des Bauwerks weist erhebliche Risse auf: Die gut 100 Jahre alten Stahlverbindungen waren im Laufe der Zeit gerostet und aufgequollen und sprengten den Sandstein von innen heraus. Schon seit 2012 ist das Problem bekannt. Damals gab es erste Sanierungsarbeiten. Laut Stadtverwaltung war vorgesehen, durch eine Spendensammlung die Arbeiten an dem symbolträchtigen Bauwerk Jahr für Jahr fortzuführen. Doch bisher hat die zuständige Deutsche Stiftung Denkmalschutz erst 50 000 Euro eingenommen. Die Sanierung der dringlichsten Schäden kostet bereits 400 000 Euro.

Daher sollen nun aus dem Potsdamer Haushalt außerplanmäßig 350 000 Euro zugeschossen werden, heißt es in dem Rathausantrag. Das Ganze soll mit nicht genutzten Finanzmitteln aus dem vergangenen Jahr finanziert werden. Bei einem weiteren Aufschub der Sanierungsarbeiten sei kurzfristig mit der Gefährdung von Passanten durch herabstürzende Steinteile zu rechnen, wird in der Vorlage gewarnt. Die komplette Standsicherheit der Kolonnaden sei eingeschränkt. Insgesamt geht die Schlösserstiftung sogar von Kosten von mehr als 1,5 Millionen Euro für die Sanierung aus.

Das Bauwerk an der Glienicker Brücke wurde als Bestandteil des Brückenneubaus 1906 errichtet. Die Glienicker Brücke erlangte während des Kalten Krieges wegen diverser Agentenaustausche zwischen Ost und West Berühmtheit.