• Aussage bei der Staatsanwaltschaft Potsdam: Mutmaßlicher DHL-Erpresser stellt sich

Aussage bei der Staatsanwaltschaft Potsdam : Mutmaßlicher DHL-Erpresser stellt sich

Mit Paketbomben hielt der Erpresser Brandenburg und Berlin vor mehr als drei Jahren in Atem gehalten hat. Ein Fahndungsfoto könnte den Druck nun so erhöht haben, dass er sich stellte.

Marion Kaufmann
Dieses Fahndungsfoto veröffentlichte die Brandenburger Polizei im April 2021.
Dieses Fahndungsfoto veröffentlichte die Brandenburger Polizei im April 2021.Foto: LKA Brandenburg

Potsdam - Ist einer der größten Erpressungsfälle der Hauptstadtregion der vergangenen Jahre endlich gelöst, der DHL-Erpresser gefasst? Am Mittwochmittag habe sich eine Person bei der Staatsanwaltschaft Potsdam „im Bezug zum Verfahren der Erpressung zum Nachteil eines großen deutschen Paketdienstleisters“ gemeldet, sagte der Sprecher des Landespolizeipräsidiums, Torsten Herbst, am Mittwochabend auf PNN-Anfrage. 

Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung online unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet, dass sich der mutmaßliche DHL-Erpresser der Staatsanwaltschaft gestellt habe. Der Mann habe sich gegenüber Ermittlern und Staatsanwälten ausführlich geäußert.

„Derzeit werden die Angaben überprüft, nähere Angaben können wir derzeit noch nicht machen“, so Polizeisprecher Herbst. Er kündigte für Donnerstag eine gemeinsame Presseerklärung von Polizei und Staatsanwaltschaft zu dem Fall an, der die Ermittler seit dreieinhalb Jahren beschäftigt.

Ein Paket ging an eine Potsdamer Apotheke 

Zwischen November 2017 und März 2018 verschickte ein Unbekannter Paketbomben in Brandenburg und Berlin, am 1. Dezember 2017 landete eines dieser Pakete in einer Potsdamer Apotheke an der Dortustraße/Ecke Brandenburger Straße. Darin befanden sich eine Sprengvorrichtung, Nägel und ein als QR-Code verschlüsseltes Schreiben, mit dem DHL um eine Millionensumme in Bitcoins erpresst wurde. Weil ihm das Paket verdächtig vorkam, alarmierte der Apotheker die Polizei, Teile des Weihnachtsmarkts wurden für die Entschärfung geräumt. 

Bereits im November 2017 hatte ein Händler in Frankfurt (Oder) ein Paket erhalten, das zündfähig war. Im Januar 2018 wurde in einer Bankfiliale an der Schlossstraße in Berlin-Steglitz ein Päckchen mit Zündvorrichtung gefunden. Auch die Paketbombe, die im März 2018 in der Handwerkskammer in Berlin-Kreuzberg einging, stammt vermutlich vom DHL-Erpresser.

Der Täter nannte sich "Omar" 

Der Täter nannte sich in seinen digitalen Erpresserschreiben „Omar“ oder „One Man Army Rebel“. Er drohte, Menschenleben auszulöschen. Vor vier Wochen schließlich veröffentlichte das Landeskriminalamt Brandenburg das Bild eines Mannes aus einer Überwachungskamera – und hoffte auf den Durchbruch. 

Das Bild sei am 22. Oktober 2020 von einem Bitcoin-Geldautomaten in einem Spätkauf gegen 18.45 Uhr in Berlin-Friedrichshain aufgenommen worden, teilte die Polizei mit. Der Mann sei 1,80 bis 1,85 Meter groß. Auf dem Fahndungsfoto trägt er eine rote Mund-Nasen-Maske.

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