• Ausbau des Stadtpalais Potsdam: Fitness im Baudenkmal

Ausbau des Stadtpalais Potsdam : Fitness im Baudenkmal

Was passiert mit dem Stadtpalais in der Brandenburger Straße? Wahrscheinlich soll ein Fitnesscenter in die vierte Etage des Kaufhauses ziehen. Denkmalschützer kritisieren diesen Plan.

Stefan Engelbrecht
Umstritten. Die Pläne für die Dachbebauung sieht die Denkmalpflege kritisch.
Umstritten. Die Pläne für die Dachbebauung sieht die Denkmalpflege kritisch.Foto: A. Klaer

Potsdam – Die Stadtverordneten sollen möglichst noch in diesem Jahr über den umstrittenen Ausbau des Stadtpalais in der Brandenburger Straße entscheiden. Wie ein Stadtsprecher am Donnerstag den PNN sagte, wurde das seit Anfang Dezember laufende öffentliche Verfahren zu den Bebauungsplänen für den vierten Stock des Karstadt-Warenhauses mittlerweile abgeschlossen. Es habe „vier bis fünf“ Einwendungen gegeben, unter anderem durch die Landesbehörde für Denkmalpflege. Nun müssten die Argumente gegeneinander abgewogen werden. „In der zweiten Jahreshälfte“ solle dann die Stadtverordnetenversammlung (SVV) entscheiden, fügte er hinzu.

Geht es nach dem Willen der Stadt, wird das vierte Stockwerk des denkmalgeschützten Gebäudes auch für Sportstätten genutzt werden können. Dazu muss es allerdings für eine Millionensumme umgebaut werden.

Es werde weiterhin mit dem Betreiber eines Fitnesscenters über einen Mietvertrag verhandelt, sagte der Geschäftsführer der Eigentümergemeinschaft, Matthias Kwapien. Ob es zu einem Abschluss kommt, hänge vom Bebauungsplan ab, fügte er hinzu. Der Vermieter, die Berliner KKL Consulting GmbH, hatte nach eigenen Angaben bereits 2013 einen Vorvertrag für „ein höherwertiges Fitness- und Wellness-Studio“ mit dem Interessenten abgeschlossen.

Grundstück in der Pufferzone des Weltkulturerbes

Der Landeskonservator beim Landesamt für Denkmalpflege, Thomas Drachenberg, sprach sich am Donnerstag erneut gegen eine Änderung des Bebauungsplans in dieser Frage aus. „Wir haben unsere Bedenken geäußert“, sagte er den PNN. Nun sei es wichtig, dass die Abwägung der Interessen „transparent und nachvollziehbar erfolgt“.

Grund für die Ablehnung der Denkmalschützer ist, dass das Grundstück in der Brandenburger/Ecke Jägerstraße sowohl in der zweiten barocken Stadterweiterung – und damit in einem Flächendenkmal – und in der Pufferzone des Weltkulturerbes liegt. 

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