• Aufruf zu antirassistischer Demonstration in Potsdam: Gedenken an Todesopfer von Hanau

Aufruf zu antirassistischer Demonstration in Potsdam : Gedenken an Todesopfer von Hanau

Sechs Monate nach dem rassistischen Mordanschlag von Hanau soll auch in Potsdam den Opfern gedacht werden. Am Samstag ist eine Demonstration vom Luisenplatz zum Landtag geplant.

Demonstration gegen rechten Terror nach dem Anschlag von Hanau in Potsdam am 20.Februar 2020
Demonstration gegen rechten Terror nach dem Anschlag von Hanau in Potsdam am 20.Februar 2020Foto: Hajo von Cölln

Potsdam - Im hessischen Hanau wurden am 19. Februar zehn Menschen ermordet. Der Täter Tobias Rathjens erschoss neun Menschen in und vor zwei Shishabars und auf der Fahrt zwischen beiden Orten. Später tötete er seine Mutter und sich selbst. Den Opfern soll am Samstag auch in Potsdam gedacht werden. 

Women in Exile e.V. und Seebrücke Potsdam rufen zu einer Demonstration unter dem Motto "Erinnern heißt Verändern" vom Luisenplatz zum Landtag auf. Treffpunkt ist am Gebäude der Sparkasse um 14 Uhr, hieß es. Der Alte Markt soll gegen 16.30 Uhr erreicht werden. "Die Versammlung ist in Gedenken an die ermordeten Menschen in Hanau und möchte aufmerksam machen auf die anhaltende rassistische Gewalt, der Schwarze Menschen und People of Color auch in Brandenburg ausgesetzt sind", heißt es in dem Aufruf zur Demonstration.

Die Attentäter von Halle und Kassel stehen gerade vor Gericht. "All diese Taten reihen sich ein in unzählige rassistische Morde: Der Rassismus spaltet unsere Gesellschaften seit Jahrhunderten, mit tödlicher Konsequenz", heißt es auf der Facebook-Seite der Veranstaltung. Rechter Terror habe in Deutschland Kontinuität. "Er trifft meist Menschen, die die Täter als nicht-"biodeutsch" einordnen." Seit der Wiedervereinigung seien mindestens 82 Menschen ermordet worden, weil sie den Tätern nicht weiß genug waren. Vor kurzem starb auch Noël Martin, 24 Jahre nachdem er von brandenburgischen Nazis gejagt wurde und den Rest seines Lebens querschnittgelähmt war.

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In Potsdam hatten sich nach dem Anschlag im Februar rund 300 Potsdamer auf dem Platz der Einheit und in der Innenstadt zu einer Mahnwache versammelt. Außerdem fand ein Gedenkgottesdienst für die Opfer des rassistisch motivierten Anschlags in der Nagelkreuzkapelle statt.

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