ATLAS : Ruhig Blut

Der Aufschrei wird kommen, so sicher wie das Amen in der Kirche: Wie konnte die Stadt den Tierschutzverein erneut so verprellen, werden die Unterstützer rufen. Warum lässt man den TSV nicht gleich die Potsdamer Fundtiere betreuen, hier, vor Ort, statt sie nach Zossen zu schaffen, das bekanntlich noch weiter weg liegt als Beelitz, wo die Fundtiere der Stadt bislang unterkamen? All jenen sei gesagt: Ruhig Blut! Nach der Insolvenz des Pfötchenhotels musste die Stadt kurzfristig reagieren. Das hat sie getan und die Fundtierbetreuung übergangsweise in die Hände eines Trägers gelegt, der seine Einrichtung bereits seit vielen Jahren betreibt. Das ist in der Kürze der Zeit wohl allemal die bessere Lösung, als kurzfristig mit dem TSV ein Hau-Ruck-Verfahren mit unbekanntem Ausgang durchzuziehen. Die Stadt hat den Vertrag mit der Aktion Tier und dem Verein der Tierfreunde Schützende Hand e.V. nur für ein halbes Jahr geschlossen – danach könnte der TSV übernehmen, der ohnehin ein neues Tierheim auf dem Sago-Gelände an der Michendorfer Chaussee bauen will. Es ehrt den TSV, dass er schnell reagiert und ein Angebot gemacht hat. Der Verein sollte sich nicht verprellt fühlen, weiter für sein Tierheim trommeln. Auch zum Wohl der Tiere hat die Stadt richtig entschieden.