ATLAS : Lehrstunde

Freiland ist durch. Nach unzähligen Debatten, Workshop-Runden, Ausschussvoten steht seit gestern fest: Potsdam bekommt ein neues Jugendkulturzentrum. Ein Grund zum Jubeln? Für die beteiligten Jugendlichen auf jeden Fall. Sie dürfen sich auch über Komplimente für das bürgerschaftliche Engagement freuen, das sie unter Beweis gestellt haben. Doch eine Lehrstunde sollte die Monate währende Auseinandersetzung über „Freiland“ auch und vor allem für die Potsdamer Politik sein: Denn sie hat nur reagiert, nicht agiert. Das hat Gründe. Über lange Zeit hat die Jugendpolitik nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient. Für manche Träger mag dies komfortabel gewesen sein. Doch die Folgen waren drastisch: Insolvenzen bei Waschhaus und Lindenpark, ein von Schließung bedrohtes „Archiv“, gegen ihre Verdrängung aus der Innenstadt protestierende Jugendliche. Ein Szenario, das politisch nicht viel Handlungsspielraum lässt – ein „Freiland“ musste kommen, koste es, was es wolle. Dass es eine Bereicherung für Potsdam wird, ist jetzt allen Seiten zu wünschen.

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