Potsdam : Archiv: Über eine Million notwendig

Sanierungskosten für alternatives Kulturzentrum im Hauptausschuss diskutiert

Templiner Vorstadt - Um die dringend notwendige Sanierung des alternativen Kulturzentrums „Archiv“ in der Leipziger Straße bahnen sich neue Auseinandersetzungen an. Im Hauptausschuss des Stadtparlaments nannte die Verwaltung am Mittwochabend erstmals offiziell die Kosten für die erforderlichen Brandschutz- und Instandhaltungsmaßnahmen und bestätigte damit einen PNN-Bericht. Die Kosten liegen bei 1,05 Millionen Euro, sollen auch die Bandproberäume im Keller saniert werden, kostet es 1,08 Millionen Euro, sagte Dietrich Wiemer von der Babelsberger Stadtkontor GmbH. Das Unternehmen, das auch als Treuhänder und Entwicklungsträger für die Stadt agiert, war vom Rathaus mit einer unabhängigen Prüfung der Bauunterlagen des Archiv-Trägervereins beauftragt worden. Damit gebe es jetzt eine „zweifelsfreie, mit dem Archiv e.V. abgestimmte Kostenermittlung“, sagte Kulturamtschefin Birgit-Katherine Seemann.

Für das Archiv eingeplant und bewilligt sind bisher 625 000 Euro für dieses und das kommende Jahr. Woher das fehlende Geld für die Komplett-Sanierung kommen soll, ist allerdings unklar. Finanzbeigeordneter Burkhard Exner (SPD) sagte, „wir haben definitiv eine Finanzlücke – und 400 000 Euro sind nicht wenig“. Im Investitionsetat der Stadt gebe es keine Spielräume. Stadtkontor-Mitarbeiter Wiemer hatte zuvor betont, dass nur die allernotwendigsten Arbeiten kalkuliert worden seien. Ohne sie könnte das Kulturzentrum wohl nicht weiter betrieben werden. So sei weder eine Heizung vorgesehen – geheizt wird derzeit per Öfen – noch neue Elektroleitungen. Neben den Brandschutzauflagen, die erfüllt werden müssen, gehe es um die Gebäudehülle, die Fassade.

Strittig erscheint nun, ob die Fassade gleich mitsaniert werden muss – also rund eine Million Euro gebraucht werden – oder zunächst die Brandschutzauflagen erfüllt werden können. Dafür würde das zur Verfügung stehende Geld in Höhe von 625 000 Euro reichen, sagte Archiv -Sprecher Kay Kärsten. Während Kärsten sagt, die Fassade könne auch später gemacht werden, traten Stadtkontor-Mitarbeiter Wiemers und Bernd Richter, Chef des Kommunalen Immobilienservice (KIS), für eine Komplettsanierung ein. Das sei am wirtschaftlichsten, teilweise seien auch die Brandschutzauflagen ohne vorherige Arbeiten nicht zu erfüllen. SCH

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