Potsdam : Anwohner im Norden gegen Biogas-Anlage

Marquardt/Satzkorn - In den nördlichen Ortsteilen befürchten Anwohner üble Gerüche einer geplanten Bioabfallvergärungsanlage. Drei potenzielle Standorte im Norden hätten die zuständige kommunale Stadtentsorgung (Step) inzwischen ausgemacht, teilten die stellvertretenden bzw. amtierenden Ortsvorsteherinnen von Satzkorn und Marquardt, Susanna Krüger und Ramona Kleber mit. Am kommenden Montag soll nun ab 19 Uhr eine Bürgerversammlung in der Marquardter Kulturscheune stattfinden.

Krüger sagte auf PNN-Anfrage, mehrere potentiell betroffene Anwohner hätten in anderen Städten bei Nachbarn ähnlicher Bioabfallanlagen angerufen und unisono erfahren, dass Gestank zu erwarten sei. „So eine Anlage ist zwar eine gute Sache, aber dafür muss ein anderer Ort gefunden werden“, sagte Krüger.

Konkret soll die Anlage laut Krüger bis zu 10 000 Kubikmeter Biogas und damit Strom für 2000 Haushalte erzeugen. Den Müll, auch aus Berlin und dem Potsdamer Umland, sollen täglich Lkw bringen. Diese Zahlen bestätigte Step-Sprecher Stefan Klotz auf Anfrage nicht. Denn die konkrete Genehmigungs- und Detailplanung werde wohl noch mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen. Über den Standort dagegen solle schon nächstes Jahr entschieden werden. Klotz sagte weiter: „Derartige Anlagen werden heute so gebaut, dass die Geruchsbelästigung minimal ist.“

Als weiterer Standort ist eine Fläche an der Fresdorfer Heide im Süden Potsdams im Gespräch, bestätigte auch Klotz. Die Standorte im Norden wären Flächen im Marquardter Friedrichspark, in Satzkorn neben dem Klärwerk sowie im Gewerbegebiet Marquardter Straße. Klotz bestätigte in dem Zusammenhang auch Planungen, dass das künftige Wohngebiet auf dem ehemaligen Kasernengelände Krampnitz direkt mit Biogas aus der Anlage beliefert werden könnte. HK


* In einer früheren Version des Textes hieß es, Frau Krüger sei die Ortsvorsteherin von Satzkorn. Ortsvorsteher von Satzkorn ist tatsächlich Dieter Spira. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.