• Festnahme bei Anti-Terror-Einsatz in Potsdam gegen "Ahrar al-Tabka"-Mitglied
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Anti-Terror-Einsatz in Potsdam : Verdächtiger soll in Syrien im Bürgerkrieg gekämpft haben

Ein mutmaßliches Mitglied der terroristischen Vereinigung "Ahrar al-Tabka" soll am Morgen auf dem Gehweg in der Potsdamer Behlertstraße gestellt worden sein. Gegen den Verdächtigen lag ein Haftbefehl vor.

Blick in die Behlertstrasse: Hier erfolgte der Zugriff.
Blick in die Behlertstrasse: Hier erfolgte der Zugriff.Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam - Schwer bewaffnete Spezialkräfte des Landeskriminalamts haben am Dienstagmorgen einen Terrorverdächtigen in Potsdam festgenommen. Wie Polizeikreise den PNN bestätigten, erfolgte der Zugriff gegen 8 Uhr auf dem Gehweg in der viel befahrenen Behlertstraße. Der Verdächtige ergab sich demnach kampflos, seine Wohnung in der Nähe wurde durchsucht.   

Kurze Zeit darauf bestätigte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe den Einsatz. Bei dem Festgenommenen handelt es sich demnach um den Syrer Khaled A., mutmaßliches Mitglied ausländischer terroristischer Vereinigungen. Ferner wird gegen ihn wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und wegen eines Kriegsverbrechens gegen das Eigentum ermittelt, hieß es in einer Pressemitteilung der Behörde von Generalbundesanwalt Peter Frank.

Gegen den Beschuldigten liegt ein Haftbefehl vom 14. August vor, den der Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof am Dienstagabend in Vollzug setzte.

Mit dem Maschinengewehr im Bürgerkrieg  

Dem Beschuldigten wird laut dem Haftbefehl zur Last gelegt, sich spätestens Ende Januar 2013 in Syrien der als islamistischen Terrorgruppe eingestuften „Ahrar al-Tabka“ angeschlossen zu haben, um auf Seiten der Rebellen an dem dortigen Bürgerkrieg teilzunehmen. "Ziel der Gruppe und des Beschuldigten war es, die politische Ordnung in seinem Heimatland mit Waffengewalt zu verändern und in stärkerem Maße an religiösen Maximen im Sinne einer islamisch geprägten Ordnung auszurichten", schreibt die Bundesanwaltschaft.

Neben dem Regime des syrischen Machthabers Bashar Al-Assad seien deshalb zugleich „Ungläubige und Abtrünnige“ bekämpft worden. Khaled A. habe für die Gruppe auch an Kampfhandlungen in der Stadt Tabka und deren Umgebung teilgenommen, bewaffnet mit einem Maschinengewehr. Nach der Einnahme der Stadt beschaffte er laut den Ermittlern auch Wohnraum für Kämpfer der Organisation, "nachdem die rechtmäßigen Eigentümer vertrieben worden waren". 

Die Ermittlungen liefen seit Monaten

Ferner dokumentierte der Beschuldigte als Medienvertreter auch Geschehnisse für die Vereinigung. Dann habe sich die „Ahrar al-Tabka“ im August 2013 der „Ahrar al-Sham“ angeschlossen, dieser neuen Struktur habe sich der Terrorverdächtige auch unterstellt. In dieser Zeit habe er etwa die Bewachung eines Staudamms übernommen. 

Bei dem Einsatz in Potsdam waren dutzende Polizisten involviert, die Ermittlungen liefen nach PNN-Informationen schon seit Monaten. So sei der Mann auch observiert worden, um einen günstigen Zeitpunkt für den Zugriff abzupassen, hieß es aus Ermittlerkreisen. Wegen des Einsatzes kam es am Morgen zu einem Stau in der Behlertstraße. 

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