• Angriff auf Jüdische Gemeinde: Jüdische Laubhütte geschändet

Angriff auf Jüdische Gemeinde : Jüdische Laubhütte geschändet

Die rituelle Laubhütte der Gesetzestreuen Jüdischen Gemeinde Potsdam ist geschändet worden. Unbekannte verrichteten darin ihre Notdurft. Die Polizei ermittelt.

Geschändet. Die Laubhütte in der Yorckstraße in Potsdam wurde als Toilette missbraucht und ist damit entweiht.
Geschändet. Die Laubhütte in der Yorckstraße in Potsdam wurde als Toilette missbraucht und ist damit entweiht.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Die Polizei ermittelt nach der Schändung der Laubhütte der Gesetzestreuen Jüdischen Landesgemeinde in der Potsdamer Innenstadt. Eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs und Beleidigung laufe, bestätigte ein Polizeisprecher. Geprüft werden solle demnach auch, ob die Tat einen politischen Hintergrund hat: „Momentan haben wir keine konkreten Hinweise darauf“, so der Sprecher.

Polizei prüft möglichen politischen Hintergrund

Wie berichtet hatten Unbekannte die temporär errichtete Laubhütte in der Yorckstraße als Toilette missbraucht und darin ihre Notdurft verrichtet. Gemeindemitglieder hatten am Dienstagnachmittag Kot und ein benutztes Taschentuch gefunden und daraufhin die Polizei eingeschaltet. Gemeindevorstand Schimon Nebrat sprach gegenüber den PNN von einem „klar antisemitischen Angriff“: „Die Hütte ist entweiht und geschändet.“ Derartige Angriffe habe es in den gut 20 Jahren, in denen die Gemeinde in Potsdam aktiv ist, noch nie gegeben. In der Laubhütte kommen die Gemeindemitglieder während des mehrtägigen Laubhüttenfestes zusammen, um zu beten und zu essen. Die Gemeinde habe dafür drei Laubhütten errichtet, so Nebrat – nun könnten die Mitglieder auf nur zwei davon ausweichen. Der Gemeinde gehören den Angaben zufolge gut 260 Mitglieder an.

Von Halem: "Eine Schande für uns alle"

Die Grüne-Landtagsabgeordnete Marie Luise von Halem verurteilte den Vorfall am Mittwoch scharf: „Dass Orte jüdischen Lebens in Brandenburg immer wieder entehrt werden, ist ein Schande für uns alle.“ Alle seien gefordert, sich „gegen jede Form antisemitischen Denkens und Handelns einzusetzen“.

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