• Altenpflegeausbildung: Aus für Potsdamer Awo-Schule: Land weist Kritik zurück

Altenpflegeausbildung : Aus für Potsdamer Awo-Schule: Land weist Kritik zurück

Nach der Ankündigung der Potsdamer Awo, ihre Altenpflegeschule zu schließen, reagiert nun das zuständige Ministerium. Einig ist man sich zumindest in einem Punkt. 

Altenpfleger sollen künftig gemeinsam mit Krankenpflegern ausgebildet werden.
Altenpfleger sollen künftig gemeinsam mit Krankenpflegern ausgebildet werden.Foto: epd

Potsdam - Nach Bekanntwerden der Schließung der Altenpflegeschule der Potsdamer Arbeiterwohlfahrt (Awo) hat das Land die Kritik des Trägers zurückgewiesen. Das Pflegeberufereformgesetz, das die Awo als Grund für die Schließung genannt hatte, sei im Juli 2017 beschlossen worden, so das zuständige Landesministerium am Mittwoch auf PNN-Anfrage. „Die Rahmenbedingungen sind damit allen bekannt.“ Das Gesetz kommt aus dem Hause von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), für die Umsetzung zuständig ist in Brandenburg aber das Landesgesundheitsministerium unter Susanna Karawanskij (Die Linke). Richtig sei, dass der Bund die erforderlichen Verordnungen erst sehr viel später, nämlich Ende 2018, veröffentlicht habe, so ein Ministeriumssprecher. „Das haben wir auch kritisiert.“

Die Awo hatte wie berichtet bemängelt, dass kurz vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes am 1. Januar 2020 noch vieles unklar und die Rahmenbedingungen schwammig seien. Das neue Gesetz sieht neben finanziellen Umstrukturierungen auch die Einführung einer generalistischen Ausbildung für Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpfleger vor. Reine Altenpflegeschulen wie die der Awo im Stadtteil Am Stern wird es also künftig nicht mehr geben.

Die Reform ist kompliziert

Die Umsetzung der Reform sei „äußerst anspruchsvoll“ und führe zu grundlegenden Änderungen, räumte das Brandenburger Ministerium am Mittwoch ein - zumindest in diesem Punkt ist man sich mit der Awo einig. Schließlich müssten innerhalb kürzester Zeit zwei sehr unterschiedliche Ausbildungssysteme – im Krankenhaus sowie in der ambulanten und stationären Langzeitpflege – zusammengeführt werden. Alle Akteure der Brandenburger Pflegelandschaft seien aber „frühzeitig über notwendige Veränderungen informiert“ worden. Die Vorbereitungen zur Umsetzung der Reform liefen auf Hochtouren, so das Ministerium.

Die Träger stünden vor der Herausforderung, eine Vielzahl von Einsatzbereichen abzusichern und koordinieren zu müssen. „Um das zu schaffen, brauchen wir mehr Kooperationen zwischen Pflegeschulen und Pflegeeinrichtungen.“ Zur Unterstützung habe das Land im Mai 2019 mehrere sogenannte Netzwerktreffen organisiert, eines davon in Potsdam.

Offiziell wusste das Land nichts von der Schließung

Bis heute liege dem Landesamt für Soziales und Versorgung (LASV) noch keine offizielle Mitteilung der Awo vor, dass die Altenpflegeschule geschlossen werden soll, so das Ministerium am Mittwoch. „Das LASV nimmt Kontakt zur Awo auf, auch um sicherzustellen, dass die laufenden Ausbildungen ordnungsgemäß beendet werden können.“ 

Sorge, dass wegen der Schließung weniger Altenpfleger ausgebildet werden könnten, hat man beim Ministerium aber offenbar nicht: Ein Abbau von Ausbildungskapazitäten drohe nach derzeitigem Kenntnisstand nicht, so der Sprecher. Vorschreiben kann das Land der Awo ohnehin nicht, wie sie mit der Schule zu verfahren hat. „Die Entscheidung zur Schließung der Schule liegt in der Verantwortung des Trägers.“