• Alte und Neue Fahrt: Sanierung der Trambrücken wird teurer

Alte und Neue Fahrt : Sanierung der Trambrücken wird teurer

Sie sind erst zehn Jahre alt, aber schon marode. Jetzt muss Potsdam für die Verbindung zum Hauptbahnhof über eine Millionen Euro bezahlen. Bald kommt zudem ein Ersatzbau für die Lange Brücke.  

Blick von der Langen Brücke auf die Trambrücke.
Blick von der Langen Brücke auf die Trambrücke.Foto: Ottmar Winter PNN

Potsdam - Die laufende Sanierung der Trambrücken über die Alte und die Neue Fahrt sowie die Bahngleise am Hauptbahnhof wird teurer als bisher bekannt. „Die Baukosten für alle drei Tram-Brücken betragen circa 1,4 Millionen Euro“, teilte die Stadtverwaltung nun auf PNN-Anfrage mit. In einer Ende 2018 im Auftrag der Stadtverordneten vorgelegten Gesamtschau der Potsdamer Brücken war von Kosten von mindestens einer Million Euro ausgegangen worden. „Finanziert werden die Bautätigkeiten aus Mittel der Landeshauptstadt und des ÖPNV“, heißt es aus dem Rathaus.

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Um die Kosten kommt Potsdam nicht herum, denn der Zustand des erst rund zehn Jahre alten Bauwerks ist alles andere als gut. Schon 2018 vermeldete die Gesamtschau für die Trambrücke Rost, offene Fugen und betonte zudem Wasserschäden „durch Planungs- und Baudefizite“. Nun wird gehandelt: An den Trambrücken über die Havel werden nach Rathausangaben die Übergangskonstruktionen an den Brückenenden umgebaut. Es gebe derzeit in diesen Bereichen Verwerfungen im Fahrbahnbelag und Wassereintritt in das Bauwerk. „Der Wassereintritt muss schnellstmöglich behoben werden, um dauerhaften Schädigungen entgegenzuwirken“, so ein Stadtsprecher.

Bis 20. August ist der Tramverkehr ab 21 Uhr unterbrochen

Das wird ein paar Wochen dauern. Wie berichtet wird bis zum 20. August der Tramverkehr zwischen Platz der Einheit und Hauptbahnhof jeweils ab 21 Uhr bis Betriebsschluss unterbrochen. Als Ersatz dafür fahren Busse. Das Potsdamer Straßenbahnnetz wird durch die Baustelle jeden Abend in ein Nord- und ein Südnetz geteilt. Auch mehrere Buslinien sind betroffen. Wie der Verkehrsbetrieb mitteilt, werden die Linien 603, 605, 609, 638, 695 sowie N14, N15, N16 und N17 umgeleitet. Die Busse fahren in beiden Richtungen über die Friedrich-Ebert-Straße, Schloßstraße, Breite Straße und Lange Brücke. Statt Am Alten Markt halten die Busse an der Haltestelle Schloßstraße. Die Haltestelle Lange Brücke wird nicht bedient.

Tatsächlich hatte die Trambrücke – 2012 mit dem Brandenburgischen Baukulturpreis in der Kategorie „Infrastruktur“ ausgezeichnet – von Anfang an Ärger verursacht. Erst wurde darüber gestritten, ob sie überhaupt gebaut werden soll. Nachdem das zwölf Millionen Euro teure Bauwerk fertig war, dauerte es nur gut anderthalb Jahre bis die erste Sanierung fällig war.

Lange Brücke in noch viel schlechterem Zustand

Die jetzigen Bauarbeiten sind allerdings nur ein kleiner Vorgeschmack: Denn verglichen mit den viel älteren Straßenbrücken sind die Trambrücken in gutem Zustand. Schon seit dem Jahr 2017 ist das Bauwerk für 30-Tonner-Wagen tabu. Die Lange Brücke ist nur noch eingeschränkt tragfähig. „Betonabplatzungen und Korrosion schreiten voran“, hieß es dazu schon 2018 in der Gesamtschau der Brücken.

Die 1961 gebaute Lange Brücke hat sozusagen das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. „Für die Straßenbrücken der Langen Brücke sind keine Sanierung, sondern Ersatzneubauten in Planung“, heißt es dazu aus dem Rathaus. Losgehen soll es damit erst, wenn der Landesbetrieb Straßenbau die ebenfalls maroden Brücken der Nutheschnellstraße über die Bahngleise, die Friedrich-Engels- und die Friedrich-List-Straße erneuert hat – also nach 2023. Dann aber soll wie berichtet die Lange Brücke vier Jahre lang bis 2027 abgerissen und neu errichtet werden – und zwar abschnittsweise, damit die Verkehrsbehinderungen im Rahmen bleiben. Bisherige Schätzungen gehen von Kosten von mindesten 24 Millionen Euro aus. 

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