• Ärger um Spendengala im „Freiland“ Heftige Kritik der Potsdamer CDU

Potsdam : Ärger um Spendengala im „Freiland“ Heftige Kritik der Potsdamer CDU

Kaum eröffnet, sorgt eine Veranstaltung im neuen Jugendzentrum „Freiland“ für großen Ärger – vor allem bei der CDU. Konkret geht es um die Kampagne „Fünf Euro für eine lebendige Zivilgesellschaft – und gegen CDU-Populismus“, die am Samstag im „Freiland“ in der Friedrich-Engels-Straße ab 19 Uhr eine Spendengala veranstalten will. Die satirisch angehauchte Kampagne – gestrickt um eine fiktive Potsdamer Rentnerin namens „Gisela Müller“, ein Comic-Maskottchen – hat im März begonnen und und wird von „zivilgesellschaftlichen Basisprojekten“ des Landes Brandenburg gemeinsam getragen. Hintergrund sind laut den Organisatoren „wiederholte Diffamierungen, denen sich Brandenburger Vereine durch Rechtspopulisten aus der CDU ausgesetzt sahen“. Diese Art Oppositionspolitik „auf dem Rücken“ gesellschaftlicher Initiativen sei nicht länger hinnehmbar. Daneben werben die Initiatoren nun um Spenden zur Unterstützung von vor allem linksalternativen Projekten im Land Brandenburg.

Der CDU dagegen stößt nun die Gala auf – ausgerechnet in dem mit öffentlichen Geldern finanzierten „Freiland“, an dessen Nutzen die Christdemokraten sowieso nie glaubten. So sorgte sich Potsdams CDU-Kreischefin und Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche schon vor einem Jahr, dass „Freiland“ zur „Spielwiese einer radikalen Linken“ werden könne. Diese Befürchtung sieht sie bestätigt: Mit der Gala offenbare sich „auf das Widerlichste die wahre politische Absicht von Freiland“, so Reiche gegenüber den PNN. Tino Fischer von der Jungen Union sieht es etwas differenzierter: Er habe über „Gisela Müller“ anfangs herzlich lachen müssen. „Doch ein großes Problem sehe ich darin, dass es symptomatisch für linke Gruppen ist, die Welt nur aus ihrer Sicht der Dinge zu beleuchten. Dabei wird alles, was ,rechts’ ist, gleichgesetzt mit ,rechtsradikal’ – auch die CDU.“ Das entbehre jeder Realität. Er fordere „Gisela Müller“ auf, keine Pseudodemokratie zu propagieren, in der eine Diskussion nur unter einer linken Glasglocke stattfindet, so Fischer: „Niemand muss sich schämen, im demokratischen Spektrum ,rechts’ zu sein.“

Im Freiland wird der Ärger in der CDU gelassen aufgenommen. Das Projekt unterstütze jederzeit kritische Menschen, die sich gegen Populisten wehren, teilte der „Freiland“-Betreiber Cultus UG mit. Die Abgeordnete Reiche agiere „böswillig“ und „mit unbegründeten Unterstellungen, ohne jemals mit den Aktiven im Freiland gesprochen zu haben“. Das Freiland sei „offen für fast alles.“ Auch Vertreter der Jungen Union könnten Ideen zu Veranstaltungen in den basisdemokratischen Plenumsstrukturen des Freilands vorstellen. „Erwartet wird allerdings von allen Veranstaltungsorganisatoren eine sachliche Begründung.“ Rechtspopulistische Positionen würden allerdings vom Plenum grundsätzlich abgelehnt. HK

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