• Ärger um kostenlose Schwimmkurse: Ministerium weist Kritik zurück

Ärger um kostenlose Schwimmkurse : Ministerium weist Kritik zurück

Die Kurse sind an einen Hortbesuch der Kinder gekoppelt. Diese Bedingung sei zu kurzfristig kommuniziert worden, so der SC Potsdam. Das Bildungsministerium sieht sich aber nicht als Schuldigen.

Das Ministerium will allen interessierten Kindern die Teilnahme an den Schwimmkursen ermöglichen (Symbolbild).
Das Ministerium will allen interessierten Kindern die Teilnahme an den Schwimmkursen ermöglichen (Symbolbild).Foto: dpa

Potsdam - Ärger und Organisationschaos um kostenlose Schwimmkurse: Das brandenburgische Bildungsministerium reagierte auf die Kritik von Potsdamer Sportvereinen und Hortträgern, dass die kostenlosen Schwimmkurse in den Ferien an einen Hortbesuch der Kinder gekoppelt sind. Laut Arbeiterwohlfahrt Potsdam (Awo) und dem SC Potsdam seien die Horte vom Ministerium erst zwei Tage vor den Ferien oder gar nicht über diese Bedingungen informiert worden, wodurch viele Schwimmkurse nun leer bleiben.

Dass die Horte so kurzfristig davon erfahren haben, sei jedoch nicht die Schuld des Ministeriums, sondern der Brandenburgischen Sportjugend (BSJ) als Träger der Maßnahme: „Die Horte sind vom Träger der Angebote einbezogen worden. Die regional geführten Gespräche fanden bereits Ende Mai statt“, sagte Ministeriumssprecherin Ulrike Grönefeld auf Nachfrage der PNN.

Horte müssen die Kinder zum Schwimmen bringen

Die Intensiv-Schwimmkurse, die unter anderem vom SC Potsdam angeboten werden, werden vom Bildungsministerium im Rahmen des Programms „Aufholen nach Corona“ gefördert und sollen die pandemiebedingten Defizite im Schwimmunterricht von Kindern der Klassen 1 bis 6 verringern. 

Durch die Kopplung der kostenlosen Schwimmkurse an einen Hortbesuch ergab sich für viele Horte die Schwierigkeit, zu Ferienbeginn von den Schulen eine Teilnahmebescheinigung für interessierte Kinder zu bekommen, da die Schulen derzeit personell nur wenig bis gar nicht besetzt sind. Zudem müssen die Horte die Kinder zum Schwimmen bringen.

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Awo beklagt "Durcheinander"

Die Awo, die in Potsdam mehrere Horte betreibt, hatte das Angebot zwar gelobt, aber über das Organisationschaos geklagt: „Tatsächlich haben wir erst unmittelbar vor den Ferien die Information zu den Schwimmkursen erhalten“, sagte Awo-Geschäftsführerin Sabine Frenkler. „Leider stellte sich dann ein ziemliches Durcheinander heraus, welche Kinder teilnehmen können und wie die Teilnahme organisiert werden soll.“

Ob Kinder auch außerhalb einer Hortbetreuung die kostenlosen Schwimmkurse nutzen können, bleibt weiter offen. Das Ministerium kündigte an, mit den Beteiligten an einer Lösung zu arbeiten: „Die Brandenburgische Sportjugend steht regional mit den Hortträgern in Verbindung. Das Ministerium ist aktuell im Gespräch mit der BSJ, um allen interessierten Kindern die Teilnahme an den Schwimmkursen zu ermöglichen“, sagte Sprecherin Grönefeld. 

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