• Potsdamer Bäckerei Schröter feiert 75-jähriges Jubiläum

75 Jahre und ein goldener Meisterbrief : Bäckerei Schröter feiert Jubiläum

Die Bäckerei und Konditorei Schröter in der Potsdamer Dortustraße feiert ihr 75-jähriges Jubiläum. Ausgerechnet in diesem Jahr muss die Bäckerei wohl auf ein traditionelles Ereignis verzichten. 

Die drei Bäckermeister in ihrem Laden: Matthias, Erich und Andreas Schröter (von links)
Die drei Bäckermeister in ihrem Laden: Matthias, Erich und Andreas Schröter (von links)Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam - In diesem Jahr ist alles anders. Einer der Höhepunkte in der Weihnachtszeit wird dieses Mal ausfallen. Seit vielen Jahren schon eröffnet die Potsdamer Bäckerei Schröter jedes Jahr mit dem Stollenanschnitt den Weihnachtsmarkt "Blauer Lichterglanz", der nun wegen Corona in der bekannten Form nicht stattfinden wird. Von der fünf Meter langen Riesenstolle sind sonst wenige Minuten nach dem Anschnitt Hunderte Stücke verkauft. Auf dieses Großereignis muss die Bäckerei Schröter diesen Winter wohl verzichten. Dabei feiert das Familienunternehmen am 17. November sein 75-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass überreichte Ralph Bührig, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam, dem Betrieb am Dienstag eine Ehrenurkunde. Erich Schröter, der das Geschäft von seinem Vater übernommen und inzwischen an seine beiden Söhne weitergegeben hat, erhielt außerdem den goldenen Meisterbrief. Seit 2010 sind die beiden Söhne Andreas und Matthias Schröter die Geschäftsführer des Bäckereibetriebes und führen das Unternehmen in der dritten Generation. Ganz raus aus dem Betrieb ist Vater Erich Schröter, inzwischen 73 Jahre alt, aber nicht. "Unser Vater hilft uns noch, wo er kann", sagt Andreas Schröter.

Gegründet wurde die Bäckerei in Jüterbog

1945 hat der Vater von Erich Schröter, der auch Erich hieß, die Bäckerei gegründet. Eigentlich hat er eine Bäckerei in Jüterbog (Teltow-Fläming) übernommen, die bereits seit 1871 existierte. 1954 erfolgte der Umzug nach Potsdam. Mittlerweile hat der Betrieb 14 Mitarbeiter, bei dem einen Laden in der Dortustraße 51 ist es bis heute geblieben. Zusätzlich würden sie viele Einrichtungen in der Stadt beliefern, sagt der 37-jährige Andreas Schröter. Dazu zählen unter anderem Kitas, Schulen, Seniorenheime und Krankenhäuser. Auch Hotels und Restaurants gehören normalerweise zu ihren Kunden. Durch den erneuten Teil-Lockdown fallen die Lieferungen aber derzeit aus. Auch große Torten für verschiedene Feiern sind derzeit kaum gefragt. 

Seit jeher stand fest, dass die beiden Söhne das Geschäft einmal übernehmen würden. Anders hätten sie es auch gar nicht gewollt, versichern die beiden. Sie seien in dem Laden aufgewachsen, er sei ein Teil von ihnen, sagt Andreas Schröter. "Wir sind schon als Kinder durch die Bäckerei gerannt", erzählt sein 42-jähriger Bruder. 

Die Ausbildung machten die beiden Söhne in einem anderen Betrieb

Bevor sie in die Geschäfte des Familienunternehmens involviert wurden, machten beide aber eine Ausbildung in einem anderen Betrieb: Andreas Schröter als Bäcker, Matthias Schröter als Konditor. "Man lernt ja etwas dazu", sagt Letzterer. Nach den Familienrezepten könne man dann immer noch backen, meint Andreas Schröter. 

Und die haben in dem Betrieb einen hohen Wert. Denn in dem Traditionsunternehmen wird in der eigenen Backstube noch alles selbst gemacht. Nur fünf weitere Betriebe mit eigener Backstube gibt es laut Handwerkskammer in Potsdam. "Uns ist es wichtig, dass alles, was von uns verkauft wird, auch von uns produziert wird", sagt Andreas Schröter. "Es kommen keine Fertigbackmischungen in unsere Backstube", betont auch Vater Erich Schröter.  

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Zum Jubiläumstag gibt es Stollen 

Die Kunden scheinen genau das zu schätzen. Viele von ihnen kaufen seit über zehn Jahren in der Bäckerei ein. Bei einigen wüssten sie immer bereits, was man für sie einpacken soll. 

Beliebt seien bei den Kunden Mürbeteig- und Marmorgebäck sowie Torten und Blechkuchen, erzählt Erich Schröter. Die Rezepte bleiben alle ein Familiengeheimnis. Das trifft auch auf das Rezept für den ebenso beliebten Stollen zu. "Das liegt im Safe", sagt Erich Schröter und lacht. Auch wenn das Stollengroßereignis auf dem Weihnachtsmarkt diesmal wohl ausfällt, erhalten die Kunden neben dem üblichen Stollenverkauf im Laden demnächst bereits einen Vorgeschmack auf die Weihnachtszeit: Am 17. November, dem Jubiläumstag, bekommen die Kunden zwischen 12 und 16 Uhr zu ihrem Einkauf ein Stück Stolle und eine Tasse Kaffee oder Tee. 

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